Interview

Prozessoptimierung und der Nutzen von eGovernment

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Gilt das nur für Großunternehmen? Wie können Klein- und Mittelständler vom Prozessdaten­beschleuniger profitieren?

Rehmer: Für Klein- und Mittelständler ist es sogar noch viel schwieriger als für ein Großunternehmen, der Vielzahl von Berichtspflichten nachzukommen. Für Klein- und Mittelständler bringt der Einsatz eines Prozessdatenbeschleuniger daher nur Vorteile – auch weil das P23R-Prinzip praktisch auf alle Berichtspflichten anwendbar ist.

Die Ableitung von Berichtspflichten aus Rechtsnormen setzt die permanente Verfolgung von Änderungen und den qualifizierten Umgang damit voraus. Diese Regeln zur automatisierten Erstellung der Berichte aus den Unternehmensdaten sind im P23R enthalten und müssen nicht mehr selbst ermittelt werden. Der weitere Einsatz eines Prozessdatenbeschleunigers orientiert sich an der Größe des Unternehmens und am Umfang der Berichtspflichten.

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Der Prozessdatenbeschleuniger litt immer auch ein wenig unter einer eher technisch geprägten Öffentlichkeitsarbeit. Was hat sich hier geändert, und welche Auswirkungen erhoffen Sie sich davon?

Rehmer: Zugegebenermaßen ist das ganze Thema techniklastig und ohne Erläuterungen nicht jedermann vermittelbar. Ich bin aber davon überzeugt, dass mit der diesjährigen Präsentation am Stand der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnologie auch dem interessierten Laien sehr gut vermittelt werden konnte, was ein Prozessdatenbeschleuniger zu leisten vermag. Jedenfalls war dies mein Eindruck bei einer Vielzahl von Gesprächen, die ich während der CeBIT geführt habe.

Wie wird es mit dem Prozessdatenbeschleuniger weitergehen?

Rehmer: Unsere Mitarbeit auch an dem LänderInformationsSystem Anlagen (eLISA) des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zeigt, dass wir von dem innovativen P23R-Prinzip überzeugt sind. Wir werden uns als Projektpartner der Metropolregion Rhein-Neckar auch zukünftig für den Einsatz eines P23R für den weiten Bereich der Umweltmeldepflichten engagieren.

Herr Rehmer, wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich von Politik und Verwaltung für eGovernment für die Wirtschaft und für sich als Bürger wünschen?

Rehmer: Mein erster Wunsch erfüllt sich bereits: Mit dem eGovernment-Gesetz wird der notwendige recht­liche Rahmen für eGovernment geschaffen.

Mein zweiter Wunsch richtet sich an alle von ihnen angesprochenen Gruppen: Wir alle müssen offen für eGovernment sein, um auch im zukünftigen Wettbewerb bestehen zu können. An die Politik möchte ich den Wunsch richten, dass sie auch künftig für die Rolle des Staates als Dienstleister wirbt und Projekte für effiziente Prozesse zwischen Wirtschaft und Verwaltung einerseits und Bürger und Verwaltung andererseits, fördert.

Der dritte Wunsch betrifft die praktische Umsetzung: Der Einführung von eGovernment muss immer eine Analyse der zugrunde liegenden Geschäftsprozesse und der erhobenen Daten vorangestellt werden. Jedes erhobene Faktum verursacht Kosten, jedes nicht erhobene Faktum vermeidet diese Kosten. Transparenz und ein an effizienten Prozessen orientiertes Denken schafft die notwendigen Strukturen für den sinnvollen Einsatz vom eGovernment.

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