eGovernment-Studien

Prozessoptimierung als Motor der Behördenmodernisierung

| Redakteur: Manfred Klein

Probleme mit der Bürgerbeteiligung

Und bei der Bürgerbeteiligung kommen die Autoren zu folgender Einschätzung: Im Hinblick auf eine stärkere Beteiligung von Bürgern im täglichen Verwaltungshandeln zeigen die Ergebnisse, dass vor allem „traditionelle“ Ansätze als sehr zweckmäßig eingeschätzt werden: Bürgeramt (51,6 Prozent sehr zweckmäßig), Beschwerdemanagement (32,6 Prozent) und Kunden/Bürgerbefragungen (29,7 Prozent). Auch das Bürgerserviceportal mit neuem Personalausweis wird sehr positiv eingeschätzt (37,3 Prozent sehr zweckmäßig), während weitere eGovernment-basierte Ansätze noch deutlich zurückhaltender beurteilt werden: Integration von Social Media oder der GovApp-Store werden von weniger als 13 Prozent der Befragten als sehr zweckmäßig eingeschätzt.

Ein Vergleich mit der konkreten Umsetzung dieser Maßnahme in den Behörden zeigt erhebliche Umsetzungsdefizite bei den traditionellen, vor allem aber bei den eGovernment-basierten Ansätzen.

Während Bürgeramt, Beschwerdemanagement und Kunde-/Bürgerbefragungen von etwa 90 Prozent der Befragten als zweckmäßig oder sehr zweckmäßig eingeschätzt werden, sind diese Ansätze in gerade der Hälfte der Behörden umgesetzt.

Besonders groß ist das Umsetzungsdefizit bei dem Bürgerserviceportal mit neuem Personalausweis, das von 91,3 Prozent der Befragten als zweckmäßig eingeschätzt wird, bisher aber nur in 8,5 Prozent der befragten Behörden umgesetzt ist.

Ansätze und Maßnahmen zur besseren Einbindung des Bürgers im politisch-parlamentarischen System wie Online-Diskussionsforen, Online-Petitionen, Bürgerhaushalt oder Podcasts werden überraschend kritisch beurteilt (maximal 15 Prozent sehen diese als sehr zweckmäßig an).

In Hinblick auf Ansätze zur Verwaltungsmodernisierung auf Ebene der Behörden wird die stärkere Einbindung von Bürgern bei der Entwicklung von neuen Lösungen nur sehr zurückhaltend beurteilt. Nur 10,9 Prozent halten dies für „sehr zweckmäßig“.

„Die Ergebnisse des Zukunftspanels erlauben eine interessante und aktuelle Bestandsaufnahme der Herausforderungen und Perspektiven der Verwaltung in Deutschland“, ist sich Prof. Hammerschmid sicher.

Ergänzendes zum Thema

„Technologietrends wie Big Data, Open Da­ta oder Cloud Computing werden etwa noch sehr verhalten beurteilt, und auch die Umsetzung vieler neuer technischer Lösungen befindet sich erst im Anfangsstadium und bedarf noch größerer Überzeugungsarbeit wie auch erheblicher Investitionen, da die Modernisierung der IT-Landschaft bisher nur in wenigen Behörden abgeschlossen werden konnte“, so sein Fazit.

Auf Ebene der Behörde werden die bisherigen Reformanstrengungen als insgesamt zufriedenstellend, aber angesichts der vielfältigen Hemmnisse als noch nicht ausreichend beurteilt.

Wichtige Ansatzpunkte sehen die Befragten sowohl im Bereich Budget- und Haushaltsmanagement – wobei insbesondere auf die Abkehr vom kameralistischen Haushaltsrecht gesetzt wird – wie auch gerade bei einer verbesserten Führungskräfte- und Personalentwicklung sowie einer strategischen Planung und Steuerung gesehen.

Inhalt des Artikels:

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Ich denke sehr wohl das eine Prozessoptimierung den Behörden sehr gut tun würde. Außerdem finde...  lesen
posted am 09.08.2013 um 10:13 von Nussbaumi

Und für Thema Prozessoptimierung vielleicht besonders wichtig: Fast 22 Prozent fordern für die IT...  lesen
posted am 28.07.2013 um 14:35 von Unregistriert


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