E-Government in Sachsen-Anhalt

Projekt: Sachsen-Anhalt-Melder

| Autor / Redakteur: Jörg Rudowski / Manfred Klein

(© Sachsen-Anhalt)

Immer wieder sind lokale Infrastruktur­probleme Stein des Anstoßes: ob nun Schlagloch, defekte Straßen­beleuchtung oder wilde Müllkippe, Bürger wollen einfach und schnell ihre Feststellungen loswerden und erwarten eine kurzfristige Reaktion. Handy und Smartphone sind hier das richtige Werkzeug, gesucht ist der richtige Kontakt für die Message.

Das Projekt „Sachsen-Anhalt Melder“ greift die stetig wachsende Nachfrage von Bürgern und Wirtschaft nach partizipativer Online-Beteiligung auf. Ziel ist die leichte, aber dennoch ausreichend verbindliche Kommunikation zwischen den Bürgern und Bürgerinnen auf der einen Seite und der Verwaltung im Kontext eines vorrangig kommunalen Beschwerdemanagements auf der anderen Seite.

Der „Sachsen-Anhalt-Melder“ komplettiert als weiterer Dienst den Warenkorb der durch das Land für seine Kommunen bereitgestellten Web-Anwendungen. Mit der Stadt Halle (Saale) hat sich ein Pilot­anwender bereits in einer frühen Projektphase entschieden, dieses Leistungsangebot seinen Bürgern zur Verfügung zu stellen. Zur Nutzung des Melders sind seitens der Kommune oder des Bürgers keine Investition in Hard- und Software erforderlich. Der Umgang mit den generierten Meldungen ist „lediglich“ in die Arbeitsabläufe der eigenen Organisation zu integrieren.

Dieser Ansatz bietet die Chance zu einer neuen Transparenz für Sachsen-Anhalt. Durch zahlreiche Darstellungsmöglichkeiten lassen sich Erkenntnisse aus den gesammelten Daten gewinnen und diverse Sichten auf die Abarbeitung von lokalen Infrastrukturproblemen erzeugen. Schon beim Anlegen einer Störungsmeldung kann ein entsprechender Verweis auf bereits geplante Mängelbeseitigung gegeben werden.

Es entlastet die Verwaltung, indem Doppelmeldungen verhindert werden und ermöglicht gleichzeitig eine Priorisierung bei der Abarbeitung von Meldungen beziehungsweise Problemen. Darüber hinaus erhält die Verwaltung aussagekräftige Kennzahlen zu Ordnungs­angelegenheiten.

Mit der geschaffenen Basisinfrastruktur werden zahlreiche für verschiedene Anwendungsfälle erforderliche Datenbestände geschaffen, eben eine Basis für Open Data.

Der zentral betriebene Sachsen-Anhalt-Melder stellt standarisierte Einbindungswerkzeuge für Erfassung und Ausgabe der Meldungen zur Verfügung. So können alle Kanäle von der kommunalen Website bis hin zur Sachsen-Anhalt-App genutzt werden.

Zusätzlich ist die Integration des Dienstes in bestehende telefonische Servicecenter möglich. Die für die Abarbeitung der Anfragen zuständigen Stellen liefert die Anbindung des Bürger- und Unternehmensservice (BUS). Verortung und Visualisierung nutzen Funktionen der bereitstehenden Geodateninfrastruktur des Landes.

Mit Spannung werden Ergebnisse erwartet, inwieweit in den teilnehmenden Kommunen ein Mehraufwand entsteht, oder der Nutzer den zusätzlichen Zugang zur Verwaltung begrüßt. Sicher ist, dass die Möglichkeit eröffnet wird, einen konkreten Fall nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zu visualisieren, dass beziehungsweise wie reagiert wird. Die zuständigen Stellen können auch erläutern, warum Hinweise auf eine bestimmte Art, später oder gar nicht abgearbeitet werden.

Das Projekt ist damit ein interessanter Ansatz für die in der IKT-Strategie „Sachsen-Anhalt digital 2020“ beschriebenen Open-Government-Aktivitäten.

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