Modellprojekt Polizei Niedersachsen

PreMAP hilft bei der Vermeidung von Einbrüchen

| Redakteur: Ira Zahorsky

Das System „PreMAP“ soll die Polizei in Niedersachsen bei der Vermeidung von Einbrüchen unterstützen
Das System „PreMAP“ soll die Polizei in Niedersachsen bei der Vermeidung von Einbrüchen unterstützen (Bild: Pixabay/fbhk)

Trotz höherer Aufklärungsquote als der Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Einbrüche in Niedersachsen gestiegen. Mit „PreMAP“ will die Polizei einen neuen Ansatz zunächst im Rahmen eines Modellprojekts verfolgen.

Vor allem international agierende Tätergruppen halten die Polizei in puncto Einbrüche auf Trab. Das Landeskriminalamt Niedersachsen und die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen haben mit „PreMAP“ ein System entwickelt, das der Polizei auch mobil auf ihren Tablets zeitnah Informationen über begangene aber auch prognostische Wohnungseinbrüche weitergibt.

Mit dem System können die Polizisten in Niedersachsen mittels einer App erkennen, wo Wohnungseinbrüche stattgefunden haben und wo aufgrund kriminologischer Ansätze die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Taten am höchsten sein wird. Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Nachdem wir in Niedersachsen schon sehr gute Erfahrungen mit mobilen Endgeräten im Einsatz- und Streifendienst machen, war die Entwicklung von PreMAP der nächste logische Schritt. Der Einsatz eines solchen Systems auf mobilen Endgeräten ist ein neuer, wichtiger Ansatz im Kampf gegen Einbrecher.“

Vorhersage von Einbrüchen

Neben der Möglichkeit, die aktuelle Lage im Zuständigkeitsbereich tagesaktuell darzustellen, stellt auch der Blick in die Zukunft eine wesentliche Komponente der Anwendung dar. Im Projekt soll geprüft werden, inwieweit das so genannte Predictive Policing – also der Versuch, zukünftige Taten möglichst exakt räumlich und zeitlich vorherzusagen – erfolgreich eingesetzt werden kann.

Die hauptsächliche theoretische Grundlage hierbei stellt die so genannte Near Repeat Victimisation dar. Dieses Phänomen besagt, dass nach einer Ausgangstat die Wahrscheinlichkeit weiterer Taten in räumlicher und zeitlicher Nähe erhöht ist. Empirisch nachgewiesen ist dieses Phänomen bereits seit den 1990er Jahren in den USA und auch in Niedersachsen wurde dieser Ansatz bereits erfolgreich getestet.

Pilotphase

In einer ersten Projektphase werden aktuell die inhaltlichen und technischen Grundlagen für das System geschaffen. Pistorius: „Wir sehen in dieser Technologie einen vielversprechenden Ansatz. Deshalb wollen wir uns in der täglichen Arbeit ansehen, ob sich diese Ansätze auch in die Tat umsetzen lassen.“

Am Ende der Phase im Januar 2017 soll ein pilotierungsfähiges Produkt entwickelt sein, das in der Folge für ein halbes Jahr in der Stadt Wolfsburg und der gesamten Polizeiinspektion Salzgitter-Peine-Wolfenbüttel eingesetzt werden wird. Erfahrungen werden im Sommer 2017 vorliegen, auftretende Handlungsbedarfe bis zum Projektabschluss Ende Oktober 2017 umgesetzt sein. PreMAP wird so entwickelt, dass es anschlussfähig für zukünftige Neuerungen oder Deliktsgruppen ist.

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