Industrie unterschätzt Komplexität

Praxistest der elektronischen Gesundheitskarte verzögert sich

| Autor: Ira Zahorsky

„Die Erprobung mit Echtdaten in Praxen und Krankenhäusern wird starten, wenn die Anforderungen vollständig erfüllt sind“, führt der Geschäftsführer der gematik, Alexander Beyer, aus.
„Die Erprobung mit Echtdaten in Praxen und Krankenhäusern wird starten, wenn die Anforderungen vollständig erfüllt sind“, führt der Geschäftsführer der gematik, Alexander Beyer, aus. (Bild: Gematik)

Da die Industrie die benötigten Verbindungsgeräte für die Telematikinfrastruktur nicht rechtzeitig liefern kann, verschiebt sich der Praxistest der elektronischen Gesundheitskarten (eGK) um mindestens ein Quartal. Die Auftraggeberin gematik wehrt sich gegen mögliche Strafzahlungen.

Wie eGovernment Computing Ende Mai berichtete, war die Testphase der Telematikinfrastruktur (TI) für den Herbst 2015 angesetzt. Dieser Termin kann aufgrund von Lieferverzögerungen der Industrie nicht eingehalten werden und muss auf nächstes Jahr verschoben werden. Betroffen von den Verzögerungen seien vor allem die dezentralen Produkte der TI wie etwa der Konnektor, der in den Erprobungspraxen und -krankenhäusern die sichere Verbindung in die TI ermöglichen soll.

Anforderungen unterschätzt

Die Umsetzung ist aufgrund der hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen bei der Einführung medizinischer Fachanwendungen im Gesundheitswesen eine hochkomplexe Aufgabe. „Augenscheinlich hat die Industrie, die diese Vernetzung vornimmt, an manchen Stellen die Komplexität unterschätzt“, so Dr. Doris Pfeiffer, stellvertretende Vorsitzende der gematik.

Die gematik als Auftraggeber ist auf die Verfügbarkeit der Industrieprodukte angewiesen. Sie wird daher prüfen, ob die Test-, Zulassungs- und Lieferprozesse optimiert werden können, damit die Erprobung in den Testregionen ohne weitere Verzögerungen im 1. Quartal 2016 beginnen kann. Abstriche bei Qualität und Sicherheit wird es jedoch nicht geben.

Das im parlamentarischen Verfahren befindliche eHealth-Gesetz sieht entsprechende Sanktionen vor, falls der Rollout der Telematikinfrastruktur nicht zum 1. Juli 2016 beginnen kann. „Es kann nicht sein, dass die Haushalte der beteiligten Körperschaften gekürzt werden, wenn die Industrie die notwendigen Komponenten nicht fristgerecht liefern kann“, moniert Dr. Thomas Kriedel, Vorsitzender der gematik.

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