EU Open-Data-Portal

Portal verspricht Vorteile in Milliardenhöhe

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Die zweite Studie beurteilt unter dem Titel „Open Data Reife in Europa 2015“ die Fortschritte bei der Implementierung von Open Data anhand zweier Indikatoren: Open-Data-Bereitschaft und den Reifegrad des Portals. Diese beiden Indikatoren umfassen sowohl den Entwicklungsstand nationaler Open-Data-Richtlinien als auch eine Beurteilung der in nationalen Portalen angebotenen Funktionen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die EU-28+Staaten bisher erst 44 Prozent des Weges hin zu einem ausgereiften Open-Data-Niveau hinter sich gebracht haben und dass es darüber hinaus große Unterschiede zwischen den Staaten gibt. Im Vergleich zeigt sich, dass ein Drittel (32 Prozent) der europäischen Staaten mit verlässlichen Richtlinien und Lizenzregelungen eine Vorreiterrolle einnehmen.

Unter den führenden Staaten befindet sich auch Deutschland, das bereits 2013 ein nationales Portal eröffnet hat. Generell haben die Vorreiter gute Portal-Besucherzahlen und führen eine ganze Reihe von Initiativen und Veranstaltungen durch, in denen die Vorteile von öffentlich verfügbaren Daten erläutert werden.

Marc Reinhardt, Leiter Public Sector bei Capgemini in Deutschland, meint zur europäischen Open-Data-Entwicklung und dem EU-Portal: „In unserer durch zunehmende Vernetzung geprägten Welt, benötigen sowohl Bürger als auch Unternehmen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung bessere, schnellere und umfassendere Einblicke. Dieses Portal kann genau das leisten. Open Data kann aber auch der Schlüssel zur besseren Kooperation und Vernetzung von Behörden selbst sein, die nun auf gemeinsame offene Daten zugreifen und diese nutzen können.“

Reinhardt weiter: „Wir freuen uns sehr, mit der Europäischen Kommission gemeinsam günstige politische Rahmenbedingungen für Open Data, die zu erwartenden Auswirkungen, die Entwicklung entsprechender Portale und deren Reife sowie die Haupthürden, die es dabei zu überwinden gilt, zu ermitteln. Diese Studie soll dabei als Wissensbasis dienen, um dem Netzwerk europäischer Experten neue Diskussionsanreize und Impulse für ihre Strategien und Aktivitäten zur Förderung von Open Data zu geben.“

Deutschland könne dabei eine zentrale Rolle spielen und durch die zunehmende Verbreitung von Transparenz-Gesetzen und länderspezifischen Open-Data-Initiativen seine Position im europäischen Vergleich in den kommenden Jahren sicher noch weiter verbessern.

Empfehlungen

Die Studie formuliert eine Reihe von Empfehlungen, mit denen sich nach Ansicht der Autoren die Implementierung von Open Data in den Staaten der EU-28+ beschleunigen lasse. Im Einzelnen sind dies:

  • Das Bewusstsein aufseiten von Bürgern und Unternehmen für Open Data sollte geschärft werden.
  • Der Zugriff auf die Daten sollte möglichst kostenlos sein, um deren Wiederverwendung attraktiver zu gestalten.
  • Entsprechende Portale sollten über einen erweiterten Funktionsumfang verfügen, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen und zur erneuten Nutzung anzuregen.
  • Die Potenziale der Nutzeranalyse sollten vollständig genutzt werden, um mehr darüber zu erfahren, wer die Portale zu welchem Zweck nutzt. Darauf aufbauend sollten dann die angebotenen Inhalte und Dienste erweitert werden.
  • Es bedarf nationaler Richtlinien, um lokale Initiativen bei möglichen Problemen wie etwa im Hinblick auf Schwerpunktbereiche und der Frequenz bei der Datenermittlung unterstützen zu können.
  • Der Erfolg einer Open-Data-Initiative sollte stets beurteilt werden, um sowohl die bestehenden Vorteile als auch entsprechende Möglichkeiten zur Verbesserung zu identifizieren.

Weitere Informationen und einen Link zur vollständigen Studie finden Sie hier und hier.

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