IT unterstützt bei der Bekämpfung von Straftaten

Polizeiarbeit muss moderner werden

| Redakteur: Susanne Ehneß

Vorsorge ist besser als Nachsorge – dies betrifft auch die IT-Infrastruktur der Polizei
Vorsorge ist besser als Nachsorge – dies betrifft auch die IT-Infrastruktur der Polizei (Bild: Picture-Factory - Fotolia.com)

94 Prozent der deutschen Bürger fühlen sich laut einer Accenture-Umfrage sicher. Doch steigende Kosten und neue Herausforderungen – wie die Online-Kriminalität – setzen die Gesetzeshüter unter Druck. Wie kann moderne IT dazu beitragen, die Polizeiarbeit zukunftsfähig zu gestalten?

Vorsorge ist besser als Nachsorge – dieses Sprichwort gilt in besonderem Maße für die Arbeit der Polizei. Vorausschauende Strategien sind hier unabkömmlich, um Kriminalität besser einzudämmen, um künftige Anforderungen zu erkennen sowie um die alltägliche Polizeiarbeit effektiver zu gestalten. Informationstechnologie kann hier ihren Beitrag leisten.

„Auch bei der Polizei gehört die IT schon lange zur täglichen Arbeit, erleichtert Verwaltungstätigkeiten und bringt über die Auswertung großer Datenmengen mehr Qualität in die Polizeiarbeit“, weiß Uwe Langer, Geschäftsführer im Bereich Öffentliche Verwaltung bei Accenture. Aber zu einer intelligenten Auswertung gehöre auch die intelligente Kooperation der Parteien. „Diese Kooperation kann sich auf die gemeinsame Auswertung von Datenbeständen beziehen oder die Bereitstellung der gewonnen Erkenntnisse, aber auch auf die gemeinsame Entwicklung von Werkzeugen.“

Kooperation erwünscht

Beispiele für eine gelungene Zusammenarbeit unterschiedlicher Polizeibehörden gebe es zwar, doch seien aktuell viele einzelne Systeme im Einsatz, zum Beispiel im Bereich der Vorgangsbearbeitung.

„Vor dem Hintergrund der anstehenden Erneuerung verschiedener Systeme sollten neue Kooperationsformen getestet werden“, fordert Langer. Dies beziehe sich aber nicht nur auf den Ersatz älterer Anwendungen, sondern auch auf die Bereitstellung neuer Applikationen.

Uwe Langer hat die Erfahrung gemacht, dass die Verwaltung in anderen Ländern oftmals flotter abläuft: „In Großbritannien nehmen die Polizisten mit mobilen Anwendungen Zeugenaussagen um durchschnittlich 15 Minuten schneller auf und laden die Daten direkt in ein zentrales System hoch, wie ein Pilotprojekt gezeigt hat. Die belgische RIHO-Polizei hat die Bearbeitungszeit für Zeugenaussagen mit einem digitalen System um jeweils 20 Minuten verkürzt. Solche Systeme sind in großem Maß skalierbar: Bei der spanischen Guardia Civil ermöglicht das operative System (SIGO) den mobilen Zugriff für mehr als 85.000 Polizisten.“

Standards fehlen

Hierzulande ist Polizeiarbeit Ländersache, sodass jedes Land derzeit noch sein eigenes, unabhängiges System verwendet. Zentrale Systeme und Schnittstellen existieren nur teilweise. Die Folgen liegen auf der Hand: hoher Wartungsaufwand, schwieriger Datenaustausch zwischen den Ländern. „Häufig muss die Behörde eines Landes bei vielen Vorgängen erst die Daten bei der Behörde eines anderen Landes anfragen, oder es müssen für spezielle Situationen jeweils neue Anwendungen entwickelt werden, sodass wertvolle Zeit bei der Verbrechensbekämpfung verstreicht“, moniert Langer.

Was ist der nächste Schritt auf dem Weg zur modernen Polizei? Und: Welche Rolle spielen dabei Facebook & Co.? Lesen Sie weiter!

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