Microsoft System Center: Servermanagement Polizei Hessen hält 150 Fachanwendungen automatisch aktuell

Redakteur: Gerald Viola

Hessen will bis zum Jahr 2015 zu einem der sichersten Bundesländer werden – so das Ziel der Landesregierung. Rund 18.500 Bedienstete der Polizei sind für die Sicherheit in Hessen zuständig. Das Vorhaben scheint gut zu gelingen: Die Aufklärungsquote erreicht seit 1999 jährlich neue Rekordstände. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Informationstechnik der hessischen Polizei mit einer effizienten IT-Infrastruktur.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Eine Herausforderung ist es, die rund 13.500 Clients zu verwalten, die sich landesweit über rund 210 Orte verteilen. Denn: „Die Polizeipräsidien, Direktionen und Dienststellen haben verschiedene fachliche Aufgaben zu erfüllen, die besondere Software erfordern“, erklärt Alfred Kayser, der Präsident des Präsidiums für Technik, Logistik und Verwaltung, bei dem das SCCM-Projekt angesiedelt ist.

Die Dienststellen etwa benötigen für die erkennungsdienstliche Behandlung die Anbindung von Fingerabdruckscanner und Kamera. Die Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes und die Präsidien setzen ebenfalls Spezialsoftware ein. Diese Anwendungen sind stets aktuell zu halten.

Dabei sind die Standorte in unterschiedlicher Bandbreite per WAN-Strecken mit der Zentrale verbunden. „Das reicht von 0,5 bis 100 Megabit pro Sekunde“, erläutert Peter Huth, Referatsleiter Technik beim Landespolizeipräsidium Hessen. „Und jeder Bedarfsträger will seine Software so schnell wie möglich aktualisiert haben. Daher müssen wir die Softwareverteilung gut koordinieren, um den Betrieb nicht zu stören.“

Bislang war eine proprietäre, skriptbasierende Lösung Marke Eigenbau im Einsatz. „Es war selten möglich, ein Patch während der Arbeitszeit aufzuspielen, ohne Störungen auszulösen“, erinnert sich Huth. Dies führte zum Entschluss, eine neue Systemverwaltung einzuführen.

Die Größe des Projekts ist beachtlich. Es geht um rund 150 Softwarepakete. Die Palette reicht von Microsoft Office über PDF Reader, Treiber für Fingerabdruckscanner und Kameras bis hin zu polizeispezifischen Clients, die Bildmaterial als digitales Beweismittel sichern.

Wichtig ist auch ComVor, das zentrale Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei Hessen, das gemeinsam mit den Ländern Baden-Württemberg, Brandenburg und Hamburg entwickelt wird. Es ist eine der polizeilichen Kernanwendungen, damit führen die Beamten in den Dienststellen die polizeiliche Sachbearbeitung durch, sei es bei Handtaschendiebstahl, Betrug oder Schlägereien.

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Eine moderne Lösung

Unter anderem nach einer Beratung durch den Microsoft-Partner alphaBit GmbH, der bereits einige Jahre für die Polizei Hessen und die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung tätig ist, entschied sich die Polizei Hessen für Microsoft System Center Configuration Manager 2007 R2.

„Modernes Systemmanagement mit einer Standardlösung spart signifikant Kosten“, erklärt Michael Wielsch, Geschäftsführer von alphaBit. „Zudem integriert sich System Center Configuration Manager sehr gut in die IT-Landschaft der hessischen Polizei, die vor allem im Bereich der Infrastruktur sehr stark auf Microsoft-Produkten aufbaut.“

Für die proaktive Kontrolle der zentralen Server und der Anwendungen wurde Microsoft System Center Operations Manager 2007 R2 eingeführt. Ferner kommt Microsoft System Center Virtual Machine Manager 2008 R2 zum Einsatz, um physische Server zu konsolidieren und virtuelle Maschinen rasch bereitzustellen und gemeinsam zu verwalten.

In einem Einführungsprojekt wurden im ersten Schritt alle Softwarepakete in MSI-Pakete (Microsoft Software Installer) verwandelt, um sie für den System Center Configuration Manager vorzubereiten. MSI-Pakete legen detailliert fest, in welche Verzeichnisse die Patchdateien abgelegt werden und wie sie im System konfiguriert werden.

„Das gewährleistet, dass alle Clients der vorgegebenen Konfiguration entsprechen: Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistung der Systeme werden sich im gesamten Netzwerk verbessern“, sagt Huth.

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Deutliche Kostensenkung

Die Pakete werden nun schneller und flexibler verteilt, der Aufwand für die Administration wird sinken, wie erste Erfahrungen bereits zeigen. Da System Center Configuration Manager eine Standardlösung ist, sind neue Mitarbeiter nun in drei Monaten eingearbeitet – bei der proprietären Lösung waren es neun bis zwölf Monate.

„Mit System Center Configuration Manager werden sich unsere Fixkosten erheblich reduzieren. Und wir finden zusammen mit der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung, die für die Polizei die Anwendungen betreibt, einfacher Fachkräfte, da es sich um eine Standardlösung handelt“, erläutert Kayser. „Mit den Reportingfunktionen von System Center Configuration Manager haben wir unsere Clients jetzt besser im Blick. Es ist nachvollziehbar, welche Software wo in welcher Konfiguration installiert ist und wann sie installiert wurde“, erklärt Huth.

Somit eignet sich die Lösung auch für das Software Asset Management: „Wir können dank der Inventarisierung von System Center Configuration Manager sowohl den Status quo der Installation als auch ihren Verlauf erfassen.“

System Center Operations Manager erleichtert die proaktive Systemüberwachung, indem es für Produktgruppen vorkonfektionierte und sinnvolle Management-Packs zur Verfügung stellt. Ergänzt um System Center Virtual Machine Manager, lassen sich dann physische wie virtuelle Umgebungen auf die gleiche Weise verwalten.

Das reduziert maßgeblich Kosten und den Schulungsaufwand neuer Mitarbeiter. So hat die Polizei Hessen die Voraussetzung zur einfacheren Migration auf Windows 7 sowie Microsoft Office 2010 geschaffen, die ab dem Jahr 2011 geplant ist. „System Center Configuration Manager ermöglicht eine hohe Automatisierung bei der Softwareverteilung. Das senkt den Aufwand und die Kosten für die Administration erheblich“, erklärt Huth.

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