Open Government

Politik und Verwaltung müssen verstärkt auf ePartizipation setzen

16.02.2011 | Autor / Redakteur: Giordano Koch, Maximillian Rapp / Manfred Klein

Bayern konnte mit ePartizipation gute Erfahrungen machen
Bayern konnte mit ePartizipation gute Erfahrungen machen

ePartizipation als Bereicherung der Politik

Werden die beschriebenen Aspekte berücksichtigt, ist die Synthese von Internetnutzung und politischer Partizipationsmöglichkeiten nicht als Gefahr, sondern als notwendige Bereicherung für den politischen Entscheidungsfindungsprozess zu sehen. Dass dem tatsächlich auch so ist, wissen wir aus der über zehnjährigen Erfahrung von online-basierenden Integrationsprojekten im unternehmerischen Kontext.

Ideenwettbewerbe von BMW, Siemens oder Volkswagen, sowie Designwettbewerbe von Bombardier, SPAR oder Daimler zeigen allesamt, welchen Einfluss Kunden auf unternehmerische Richtlinien nehmen können. „Gemeinsam stark“, so der Tenor vieler Politiker aus den letzten Jahrzehnten, scheint gerade im wirtschaftlichen Kontext realisiert zu werden. Der Einbezug der „Wisdom of the Crowd“, der Intelligenz der breiten Masse, ermöglicht neue Wege, die zuvor versperrt gewesen waren.

Eine zunehmende Begeisterung der Kunden, positive PR-Effekte sowie erhöhte Absätze und bessere Gewinnmöglichkeiten sind die Folgen, wenn der Konsument (im Kontext dieses Beitrags der Bürger) mit seiner Anwendererfahrung, seinem Wissen und den daraus resultierenden Ideen und Vorschlägen ernsthaft eingebunden wird.

Dieser Trend scheint sich spätestens seit den letzten Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika, in denen Barrack Obama seinen Wahlkampf intensiv auch über das Internet führte und die Bürger zur Meinungsäußerung via Web aufforderte, auch für die Politik und Verwaltungen in Deutschland abzuzeichnen.

Denn die Behörden werden nach und nach erkennen müssen, dass es Vorteile mit sich bringt, mit dem oft unterschätzten Wissen der Gesellschaft zu kooperieren und diese unter systematischer Nutzung von modernen Technologien wie dem Internet in die Prozesse der Öffentlichen Hand mit einzubeziehen.

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Open Government ist nicht mehr zu stoppen

Zunehmende Verlagerung der politischen Kommunikation, Diskussion sowie des staatlichen Services in den Online-Bereich.

Dominanz von Internet- und Social Media Aktivitäten in zukünftigen Wahlkämpfen und damit verbunden eine Dynamisierung der Kommunikation.

Zunehmender Trend zur glaubwürdigen Positionierung der Personen und Institutionen durch die absolut transparente Integration von öffentlichen Meinungen.

Die Autoren gehen fest davon aus, dass der nunmehr in Schwung gebrachte Open-Government-Ansatz immer weitere Kreise in den deutschen Behörden, Verwaltungen und Regierungen ziehen wird.

Die enormen Chancen lassen die Skepsis vor innovativen und neuen Prozessen mehr und mehr vergessen. Dies wird verstärkt durch die Notwendigkeit, im Kontext von potenziellen Parteikrisen, sich ausweitender Proteste der Bürgerinnen und Bürger bei gleichzeitig exponentiell steigender Nutzung von Internet- und Social-Media-Angeboten, sowie den daraus resultierenden Zukunftstrends als Politiker beziehungsweise Behörde wettbewerbsfähig zu bleiben.

Diese Chance muss künftig noch intensiver wahrgenommen werden, um dem ursprünglichen Geist der Demokratie wieder etwas näher zu kommen, und dem Volk eine ehrlich gemeinte Möglichkeit der Partizipation zur Verfügung zu stellen.

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