Open Government

Politik und Verwaltung müssen verstärkt auf ePartizipation setzen

16.02.2011 | Autor / Redakteur: Giordano Koch, Maximillian Rapp / Manfred Klein

Bayern konnte mit ePartizipation gute Erfahrungen machen
Bayern konnte mit ePartizipation gute Erfahrungen machen

Social Media : Auch in der Politik auf dem Vormarsch

Die verhaltene Nutzung der Internet-Technologien mit all seinen Möglichkeiten überrascht, bedenkt man, dass viele der sehr unterschiedlichen Online-Projekte, die bereits realisiert wurden, durch großen Erfolg auf sich aufmerksam machten. Die Bandbreite der Tools und Methoden einer zeitgemäßen Bürgerintegration sind vielfältig: Neben „Fix-my-street“-Lösungen, die es dem Bürger ermöglichen Probleme, wie Straßenschäden online zu melden, werden auch Bürgerhaushalte immer beliebter, durch welche die Bürger aktiv an der Entscheidung über Budgethaushalte beteiligt werden können. Darüber hinaus werden es vor allem Ideenwettbewerbe und Dialogplattformen sein, die sich durch die Interaktionsmöglichkeiten zu einem Mehrwert für Behörden und Bürgern entwickeln werden.

Aufbruch Bayern

Beispielhaft für Letztere war die von der Bayerischen Staatskanzlei in Kooperation mit der Innovationsagentur HYVE durchgeführte Online-Dialogplattform „Aufbruch Bayern“. Auf der mit Web-2.0-Funktionalitäten ausgestatteten Plattform waren die Bürger des Freistaates dazu aufgerufen, innerhalb von acht Wochen Ideen, Vorschläge sowie Konzeptionen hinsichtlich der drei politischen Bereiche Familie, Bildung und Innovation einzubringen.

Die Ideen konnten so nicht nur einer breiten Masse präsentiert werden, sie konnten zudem von anderen Bürgern bewertet werden. Die Interaktion zwischen den Beteiligten und ihren Ansichten führte zu impulsiven Diskussionen und somit zu einer umfangreichen Auseinandersetzung mit den politischen Fragestellungen.

Mehr als 400.000 Besucher befassten sich während des Befragungszeitraums mit den Inhalten der Plattform und verfassten dabei 740 ausformulierte Ideen, welche in knapp 7.000 Beiträgen diskutiert und mehr als elftausendmal bewertet wurden. Der Bayerischen Staatsregierung oblag nach Abschluss des Partizipationsprojektes somit die positive Herausforderung, die „besten“ und „wertvollsten“ Konzepte unter dieser Vielfalt zu prämieren.

Leichter wird es den verantwortlichen Politikern wohl fallen, einige der hochqualifizierten Konzepte, wie angekündigt, in die nächste Regierungserklärung zu integrieren. Signalisiert die Bayerische Staatsregierung damit doch, dass die Meinung der Bürger eine bedeutende Stellung für künftige Entscheidungen darstellt und sie auf das Potenzial der Bürger baut.

Neben den Diskussionen war es besonders aktiven Bürgern möglich, in einem Workshop mit Ministerpräsident Horst Seehofer und weiteren bedeutenden Entscheidungsträger über aktuelle Probleme und politischen Herausforderungen zu diskutieren. Dadurch wurde eine große Aufmerksamkeit in den Medien und in der Bevölkerung sowie eine optimale Synthese aus Online- und Offline-Events erreicht. Das Projekt zeigte einmal mehr, dass onlinebasierende Dialoge als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu konventionellen Partizipationsformen gesehen werden müssen und durch die Integration sowie Wertschätzung der öffentlichen Meinungen die gefühlte Distanz zwischen Bürgern und Politik deutlich verringert wird.

Aus der praktischen Umsetzung solcher Projekte ergibt sich eine Reihe an Erfolgsfaktoren, denen Beachtung geschenkt werden sollte.

Nächste Seite: Das richtige Format für Open Government – eine Frage der Zielsetzung

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2049193 / Projekte & Initiativen)