Europäisches Forschungsprojekt MULTIPOL erfolgreich abgeschlossen

Policy-Management erhält organisationsübergreifenden Zuschnitt

31.03.2011 | Autor / Redakteur: Hadi Stiel, freier Journalist in Bad Camberg / Gerald Viola

Erwin Schöndlinger, Geschäftsführer Evidian Deutschland
Erwin Schöndlinger, Geschäftsführer Evidian Deutschland

Entwicklungen wie Cloud Computing, räumlich flexible Einsatzkräfte und eine offene, organisationsübergreifende Kommunikation machen es deutlich: Das Policy Management mit der Verteilung von Sicherheitsregeln und Zugriffsrechten muss mit den veränderten Rahmenbedingungen Schritt halten. Das europäische Forschungsprojekt MULTIPOL hat genau dieses Policy Management in einem offenen Kommunikationsumfeld fokussiert.

Das 28-monatige Forschungsprojekt im Rahmen des ITEA-2-Programms der Europäischen Union ist erfolgreich abgeschlossen worden. ITEA 2 stimuliert und unterstützt Projekte im Bereich SIS (Software-intensive Systems and Services), die für die EU viel Geschäfts- und Zukunftspotenzial haben. Jahr für Jahr 20.000 Personen will ITEA 2 über einen Zeitraum von acht Jahren auf diese Weise buchstäblich mobilisieren.

Evidian war federführend für MULTIPOL, an dem 10 europäische Unternehmen und Forschungsorganisationen beteiligt waren. eGovernment Computing hat sich mit Erwin Schöndlinger, Geschäftsführer von Evidian Deutschland, über die Ziele, Ergebnisse und potenziellen Auswirkungen von MULTIPOL auf weitere Forschungsprojekte und auf Produktentwicklungen unterhalten.

Worin besteht die generelle Neuausrichtung dieses Forschungsprojekts, das jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde?

Schöndlinger: Typische Policy-Management-Ansätze, ob in der Öffentlichen Verwaltung oder in der Privatwirtschaft, greifen buchstäblich zu kurz. Sie fokussieren als Insellösungen lediglich die eigene Organisation mit ihren speziellen Sicherheitsregeln und Zugriffsrechten. Sobald Mitarbeiter von einer anderen Domäne aus auf Anwendungen und Daten der eigenen Organisation Zugriff erhalten sollen, müssen die Regeln und Zugriffsrechte zeit- und kostenaufwendig redesigned werden.

Ein ähnlich hoher Aufwand fällt an, wenn Mitarbeiter aus der eigenen Organisation heraus Zugriff auf Anwendungen und Daten anderer Organisationen bekommen sollen. Solche zeitraubenden und kostentreibenden Verfahrensweisen sind nicht länger zeitgemäß.

Mit MULTIPOL wurde das Policy-Management derart revolutioniert, dass es über die Grenzen der eigenen Organisation hinaus voll einsatzfähig ist, ohne dafür hohe Aufwendungen eingehen zu müssen. Das heißt, die Sicherheitsregeln und Zugriffsrechte greifen unabhängig davon, von welcher Organisation aus der Mitarbeiter auf Anwendungen und Daten der eigenen oder einer anderen Organisation zugreift.

So besehen bestand die generelle Ausrichtung von MULTIPOL darin, das Policy Management auf eine zunehmend offenere Kommunikationswelt mit räumlich flexiblen Einsatzkräften abzustimmen. Das ist, wie die Ergebnisse des EU-Forschungsprojekts zeigen, überzeugend gelungen.

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