eGovernment Summit 2014

Plattform des offenen Erfahrungsaustausches

| Autor / Redakteur: Manfred Klein / Susanne Ehneß

Interkommunale Zusammenarbeit

Ein Punkt, den schon Hintersberger genannt hatte, treibt auch die anderen CIOs um: die Frage der Zusammenarbeit mit den Kommunen. Auch dieser Aspekt wird in seinen unterschiedlichen Ausprägungen auf dem eGovernment Summit diskutiert werden.

So erklärte Herbert Zinell: „Verwaltungsmodernisierung war immer schon eher ein evolutionärer Prozess denn das Ergebnis einer Sprungmutation. Auch eGovernment wird nicht auf Knopfdruck zum Selbstläufer. In Baden-Württemberg verantworten die Kommunen den weitaus größten Teil der Verwaltungsverfahren. Gut mit ihren Finanzen umgehende Kommunen investieren aber erst, wenn es sich für sie nachweislich rechnet oder Druck von außen sie zum Handeln zwingt. Generalisierende Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen überzeugen sie ebenso wenig wie Kommunikationskampagnen, und auch der Druck durch die demografische Entwicklung und die Digitalisierung der Gesellschaft ist bei den meisten Kommunen in der Fläche noch nicht angekommen.“

Als Herausforderungen, die dadurch zu bewältigen seien, nannte Zinell:

  • Wir benötigen Umsetzungspower, einen langen Atem und genügend Fachpersonal, das diesen Weg überzeugt mitgeht.
  • Wir müssen systematisch mittels beherrschbarer Projekte entlang einer Gesamtstrategie vorgehen.
  • Dazu müssen wir wissen, wo den Unternehmen und den Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt und wo die Prioritäten für Veränderungsmaßnahmen liegen.
  • Und wir müssen dazu ein ebenenübergreifend einheitliches Verständnis für eGovernment-Architekturen und -Standards entwickeln und kooperativ zusammenarbeiten.

Gelinge dies, so Zinell, werde die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit eher noch zunehmen.

Der Staat als digitaler Dienstleister

Und sein Kollege aus Hessen, der hessische Finanzminister und CIO Dr. Thomas Schäfer, ergänzte: „Digitaler Dienstleister für Bürger und Unternehmen: das muss der Staat sein. Einfache und nutzerfreundliche digitale Angebote der Verwaltung sind ein Gewinn für alle. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens liegen die größten Herausforderungen zweifelsfrei in der Modernisierung und Weiterentwicklung der Verwaltungsorganisation. Der konsequente Ausbau der elektronischen Verwaltung eröffnet einerseits große Chancen für die Optimierung von Arbeitsabläufen sowie für das kluge und notwendige Einsparen von Ressourcen.“

Zeitgleich müssten aber beispielsweise Standards des Datenschutzes gewahrt bleiben und die Mitarbeiter kontinuierlich fit für die elektronische Verwaltung gemacht werden. Die Verwaltung der Zukunft werde sehr vernetzt arbeiten – sowohl im Innenverhältnis als auch im Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft. „Diese Denke der Vernetzung muss auch Vorbild für die Politik sein: Bei der Weiterentwicklung der eGovernment-Strukturen müssen alle zusammenarbeiten: Bund, Länder und Kommunen. Hier gibt es bereits viele gute Ansätze, aber auch noch eine Menge Optimierungsbedarf“, so Thomas Schäfer.

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