„Ratlose Politik! Hilfreiche Berater?"

Plädoyer für einen Code of Conduct

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Plädoyer für einen Code of Conduct

Es haben sich im Verhältnis zwischen Beraterszene und öffentlichem Sektor offenbar Strukturen und Verhaltensweisen etabliert, die das System der konstruktiven Zusammenarbeit beschädigen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Berater*innen generell. Im „Boxsport-Jargon“: Technischer K.O. („Selbstverursachter Ausschluss vom Kampf“).

So schätzen das selbstkritisch auch viele Verantwortliche von Beratungsunternehmen in vertraulichen Gesprächen ein. Sie sind jetzt aber auch gefordert, ihre zunehmend eingeschliffene Praxis grundlegend zu ändern. Hier sind jetzt die Berater*innen jetzt aber selbst gefordert. Bloße Compliance-Regeln reichen nicht mehr aus, diese sind lediglich die juristische Variante der offenbar notwendigen Regulierung.

Ich plädiere daher für einen Code of Conduct – für einen Code als wertebasiertem Verhaltenskodex, der die Erwartungen zu verantwortlichem, ethischem und integrem Verhalten transparent konkretisiert.

Wie kann es nun weitergehen?

Der Rückgriff auf einen ethisch gütegesiegelten Text als Vergabevoraussetzung wird allerdings nicht ausreichen. Gerade in Zeiten einer diffusen Verunsicherung auf allen Seiten benötigen wir einen offenen Prozess der Code-of-Conduct-Erstellung, in dem durch Mitwirkung Verbindlichkeit erzeugt und Bereitschaft zur Selbstverpflichtung gelebt werden.

Ein Code of Conduct vertraut auf eine gemeinschaftliche Freiwilligkeit und Verlässlichkeit. In ihm steckt eine große Chance, um das Fundament einer konstruktiven Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage zu stellen.

In persönlichen Gesprächen mit Verantwortlichen von Beratungsunternehmen wurde mir die Bereitschaft zu einem gemeinsamen Entwicklungsprozess signalisiert.

Ich bin gerne bereit, an diesem Prozess mitzuwirken.

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