Bayern: Bürgerservices für den neuen Personalausweis

Pilotprojekt Bürgerservice-Portal in Ingolstadt gestartet

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Die Bürger geben die Daten selber ein

Alle Daten, die teilweise per Klick direkt vom Ausweis in die Anträge übernommen werden können, gelangen direkt in die Systeme des Rathauses und können dort direkt in den jeweiligen Fachanwendungen weiter verarbeitet werden. Damit ersparen sich die Bürger Aufwand und Zeit, die Prozesse im Rathaus werden gleichzeitiger schneller und effizienter.

Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB, 70 Millionen Euro Umsatz 2010) will nach der Pilotphase ab September in diesem Jahr noch weitere 50 Bürgerservice-Portale in bayerischen Kommunen starten. Sukzessive sollen auch mehr Dienste angeboten werden: „Von der Ticketreservierung über Schadensmeldungen bis hin zu Kindergartenanmeldung ist vieles denkbar.“

Und bis zum Nationalen IT-Gipfel im Herbst in München sollen auch Services des Freistaates abrufbar sein – beispielsweise der Antrag auf Landeselterngeld. Franz Josef Pschierer: „Wir wollen der Frau Bundeskanzlerin zeigen, dass wir ganz vorne mitspielen.“

Auch deshalb brauche Bayern – so Pschierer – immer wieder Kommunen, die ganz vorne mitmarschieren. Wie Ingolstadt: „Und das läuft nur, wenn der Bürgermeister oder der Landrat eGovernment zur Chefsache machen.“

Zukunftsmusik: Ein Portal für alle Bürgerservices

Der Freistaat wolle auch Hindernisse für eGovernment ausräumen: Wie beispielsweise das persönliche Erscheinen für ein polizeiliches Führungszeugnis oder die vorgeschriebene Schriftform, wenn eigentlich die Identifizierung über den nPA ausreiche. Oder die persönliche Unterschrift.

Pschierer: „Wenn Sie Ihre private schriftliche Steuererklärung in den Nachbriefkasten des Finanzamtes einwerfen –

ich wüsste nicht, dass in 101 bayerischen Finanzämtern dann morgens die Unterschriften kontrolliert werden ...“

AKDB-Chef Schroth blickte in die Zukunft der Bürgerportale: „Es werden weitere Dienste neben den kommunalen Angeboten in die Portale eingebunden. Damit wird der Bürger künftig über ein Portal Zugang zu allen Angeboten der Verwaltung haben. Das wird in den nächsten Jahren automatisch zu einer interkommunalen Zusammenarbeit führen.“

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