Sachsen

Pflegeroboter sollen Lebensqualität von Demenzkranken verbessern

| Redakteur: Ira Zahorsky

Staatsministerin Barbara Klepsch mit Vertretern des Verbundprojektes
Staatsministerin Barbara Klepsch mit Vertretern des Verbundprojektes (Bild: HTW Dresden/Peter SEBB)

Am 12. Juli 2017 übergab Staatsministerin Barbara Klepsch an der HTW Dresden den Fördermittelbescheid für das Projekt Care4All. Das Projekt widmet sich der Entwicklung eines neuen Mensch-Technik-Interaktionskonzeptes zur Unterstützung der Pflege von Menschen mit Demenz.

Neben der HTW Dresden sind die Cultus gGmbH Dresden, das Universitätsklinikum Dresden, das Universitätsklinikum Erlangen, die Cognitec Systems GmbH Dresden und die Carus Consilium Sachsen GmbH an dem Projekt beteiligt. Das Verbundprojekt soll Assistenzroboter stärker in die Altenpflege integrieren und wird für die Dauer von zwei Jahren mit einer Summe von ca. 800.000 Euro vom Freistaat Sachsen und der Europäischen Union über EFRE gefördert.

„Der Freistaat Sachsen setzt auf innovative Technologien für eine bessere Versorgung älterer Menschen“, sagte Staatsministerin Barbara Klepsch anlässlich der Übergabe des Zuwendungsbescheides. „Mit diesem Projekt wird der Grundstein für einen gewinnbringenden Einsatz von Roboterassistenten in der Pflege und Therapie Demenzkranker gelegt. Technische Assistenten könnten bald aus dem Pflegealltag nicht mehr wegzudenken sein. Die Unterstützung wäre ein Gewinn für alle Beteiligten, allen voran die Patienten, die von mehr Zuwendung und Förderung profitieren könnten.“

Stellvertretend für alle Projektpartner erläuterten Prof. Dr. Hans-Joachim Böhme von der HTW Dresden und sein Team die Herangehensweise an die Problematik. Im Gegensatz zu bisherigen Anwendungen, welche meist versuchen fortschreitende Defizite von Patienten zu ersetzen, besteht hier das Ziel, die Lebensqualität von Senioren mit kognitiven Einschränkungen zu verbessern. Der Assistenzroboter – mit dem Projektnamen „August der Smarte“ – kann beispielsweise als Sitzwache u.a. nach einem operativen Eingriff am Bett des Patienten verbleiben und zu dessen Beruhigung beitragen.

Assistenz für Bayern

Eine Besonderheit dieses vom Freistaat Sachsen geförderten Projektes besteht darüber hinaus in der Beteiligung des Universitätsklinikums Erlangen aus dem Freistaat Bayern als Projektpartner. Prof. Dr. med. Elmar Gräßel (Leiter Med. Psychologie/Med. Soziologie) erläuterte via Videotelefonie das dort ansässige Teilprojekt. Mit MAKS (Motorische, Alltagspraktische, Kognitive und Soziale Aktivierung) wurde bereits ein nachgewiesen wirksames Therapiemodell entwickelt. Im nächsten Schritt soll nun geprüft werden, welche Einsatzszenarien des Assistenzroboters zur Bereicherung von MAKS beitragen könnten.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44797787 / Telemedizin/Mobility)