VDMA-Trendanalyse

Personalisierte Medizin: Die Medizin der Zukunft

| Autor / Redakteur: Dr. Peter Golz, Morten Schlothauer / Wolfgang Ernhofer

Schöne Neue Welt: Alle Patientendaten sind vernetzt.
Schöne Neue Welt: Alle Patientendaten sind vernetzt. (Bild: ©everythingpossible - stock.adobe.com)

Die Zukunft der personalisierten Medizin im Feststoffbereich – ein Szenario: Individualisierte Medizin ist die Zukunft. Darüber sind sich die Experten einig. Aber wie sieht das konkret aus? Und welche Auswirkungen hat das auf die Produktion und die Maschinenbauer? Faszinierend oder erschreckend? Entscheiden Sie selbst.

Personalisierte Medizin ist dabei, die weltweiten Gesundheitssysteme tief greifend zu verändern. Dies gilt nicht nur für die heute übliche individualisierte Behandlung von Krebserkrankungen, sondern für die gesamte Bandbreite der Arzneimitteltherapie und alle Darreichungsformen.

Die Kombination neuer Diagnoseverfahren mit den Möglichkeiten datenbasierter Medizin und den Entwicklungen der pharmazeutischen Technologie ermöglicht neue integrierte Geschäftsmodelle, und in der Folge eine disruptive Erneuerung der Arzneimittelherstellung und -versorgung, gerade im Feststoffbereich. Das zeigt das hier dargestellte Zukunftsszenario.

Für den pharmazeutischen Maschinenbau ändern sich damit nicht nur die Anforderungen an Herstellung und Verpackung, sondern auch die Kundenstrukturen und die Marktspielregeln.

Doch noch ist unklar, wer die Veränderungen treiben wird: die bestehende Pharmaindustrie, innovative Start-ups oder die Tech-Giganten des Silicon Valley. Unklar ist auch, ob diese sich gegen Vorbehalte der Stakeholder der Gesundheitsbranche durchsetzen und personalisierte Arzneimittel im Feststoffbereich einen signifikanten Marktanteil erreichen werden.

Zukunftsvision: Ein Arztbesuch im Jahr 2032

Morten Schlothauer hat vor zwei Wochen seinen 70. Geburtstag gefeiert. Heute, am 8. Januar 2032, hat er einen Termin bei seinem langjährigen Hausarzt, Herrn Dr. Golz. Obwohl fit und voll im Leben stehend, leidet Herr Schlothauer, wie die meisten seiner Altersgenossen, an einigen typischen chronischen Gebrechen, die ihn wegen der gut eingestellten Medikation aber nicht behindern.

Folgende acht Wirkstoffe nimmt er täglich ein:

  • 2 x 500 mg Metformin Hydrochlorid und 10 mg Dapagliflozin gegen Diabetes II bei leichtem Übergewicht,
  • 0,5 mg Dutasterid und 0,4 mg Tamsulosin Hydrochlorid gegen gutartige Prostatavergrößerung,
  • 100 mg Acetylsalicylsäure gegen leichte Arteriosklerose,
  • 6,94 mg Amlodipin Besilat als Blutdrucksenker,
  • 40 mg Simvastatin zur Senkung des Cholesterinspiegels,
  • 0,05 mg Levothyroxin gegen seine leichte Schilddrüsenunterfunktion.

Einnahme und Dosierung der Wirkstoffe müssen genau überwacht und an die aktuellen Lebensumstände angepasst werden, denn bei einigen Wirkstoffen kann es Wechselwirkungen geben:

  • Levothyroxin kann die Wirkung von Metformin beeinträchtigen, sodass der Blutzuckerspiegel steigt.
  • Amlodipin kann die Nebenwirkungen von Simvastatin, Muskelschmerzen und Muskelschwäche, verstärken.

Bei seiner Geburtstagsfeier hat Herr Schlothauer ernährungsmäßig etwas über die Stränge geschlagen und sein Fitnessprogramm vernachlässigt. Doch über all dies muss sich Morten Schlothauer keine Gedanken machen.

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