Interview zu ePayment

Personalentlastung und besserer Service

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Gesprächspartner: Boris Wolter, Projektleiter Öffentlicher Sektor DEATCH bei Paypal
Gesprächspartner: Boris Wolter, Projektleiter Öffentlicher Sektor DEATCH bei Paypal
(Die Hoffotografen GmbH Berlin)

Paypal hat in Kaiserslautern das mobile Bezahlen von Verwarngeldern umgesetzt. Mit welchem zeitlichen und finanziellen Aufwand muss eine Behörde rechnen, wenn sie ein solches Projekt angeht?

Wolter: Das ist eine gute Frage, zumal diese Aufwände häufig höher eingeschätzt werden als sie tatsächlich sind. Für das Einrichten des Paypal-Kontos der Behörde und die notwendigen technischen Integrationsarbeiten sollte man etwa drei bis vier Wochen einkalkulieren. Für die Integration empfehlen wir zudem, auf einen etablierten IT-Dienstleister zu setzen. Das ist natürlich kein Muss, hat sich bei unseren bisherigen Projekten aber ganz klar bewährt.

Was den finanziellen Teil betrifft, so berechnet Paypal keinerlei Integrationskosten. Und im laufenden Betrieb fallen Gebühren immer nur auf Transaktionsbasis an, das heißt immer nur dann, wenn eine Behörde von Bürgern eine Zahlung per Paypal empfängt.

Inwieweit ist mobiles Bezahlen, beispielsweise über QR-Codes, im öffentlichen Sektor umsetzbar?

Wolter: Aus unserer Sicht sehr gut! Ein Projekt, mit dem wir seit gut einem Jahr am Start sind, ist das – bereits erwähnte – mobile Bezahlen von Verwarngeldern in Kaiserslautern. Dabei wird auf das sogenannte Knöllchen ein QR-Code aufgedruckt. Diesen scannt der Bürger mit seinem Handy, zum Beispiel direkt vor Ort am Auto. Der Scan führt direkt zu einer ­Bezahlseite, wo sich der Bezahlvorgang mit wenigen Klicks abschließen lässt. Das Abtippen oder Abschreiben der Zahlungsinformationen auf herkömmliche Überweisungsträger entfällt damit komplett.

Ein anderes Beispiel ist das Hunderegister Niedersachsen. Hier haben wir eine Lösung geschaffen, bei der QR-Codes auf ­Gebührenbescheide aufgedruckt werden. Vom Prinzip funktioniert das Bezahlen genauso wie bei den Verwarngeldern.

In beiden Fällen dient der QR-Code als Brückentechnologie, er verbindet geschickt die papiergeprägte Offline-Welt mit digitalen Geräten und Bezahlwegen. Aus unserer Sicht ein Bereich, in dem sehr viel Potenzial steckt. Gemeinsam mit unserem Partner Infoma bieten wir eine Lösung an, über die Behörden sowohl Bescheide als auch Mahnungen mit QR-Codes versehen können.

Die Erfahrung zeigt, dass dies zu einem deutlich schnelleren Zahlungseingang führt und Behörden so ihre Mahnaufwände reduzieren können.

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