Mechatronic / Balda Healthcare

Per App ansteuerbar: Smart Drug Dispenser

| Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Ira Zahorsky

Der Smart Drug Dispenser integriert neue Funktionen in ein Gerät, das die zunehmend technikaffinen Patienten längst benutzen: das Smartphone.
Der Smart Drug Dispenser integriert neue Funktionen in ein Gerät, das die zunehmend technikaffinen Patienten längst benutzen: das Smartphone. (Bild: Balda Healthcare)

Die Medizintechnik ist ein wichtiger Partner der Pharmaindustrie – und umgekehrt. Viele Produkte ergänzen sich und ermöglichen neue Anwendungen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Smart Drug Dispenser, den Mechatronic gemeinsam mit Balda Healthcare entwickelt hat.

Der Smart Drug Dispenser ist ein elektronischer Medikamentendosierer, der über eine eigene App angesteuert wird. Er beinhaltet mehr als eine einfache Erinnerungsfunktion. Wie das Gerät entstanden ist, darüber berichtet Paul Wismer, zuständig fürs Business Development bei Balda, auf dem Med-Industry + Pharma Day am 2. März 2016 in Würzburg, zu dem sich Interessenten noch bis 1. März anmelden können.

Tabletten mit der App dosieren

Einnahmezeitpunkt und Dosis werden mit dem etwa handtellergroßen Smart Drug Dispenser per App über das Smartphone eingegeben und dann via Bluetooth auf den Dosierer übertragen. Daraufhin erinnert die App den Benutzer jedes Mal mit einer Nachricht und einem akustischen Signal, bis die Einnahme erfolgt ist. Auf Knopfdruck gibt der Spender die richtige Dosis aus und blockiert den Mechanismus automatisch bis zur nächsten Einnahme. Das verhindert Über- und Unterdosierungen. Außerdem kann die App an Angehörige oder Mediziner eine Nachricht über die erfolgte Einnahme senden. So können diese die Anwendung verfolgen. Das erleichtert den Alltag und erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten.

Die Medizintechnik-Unternehmen Balda Healthcare und Mechatronic stellten den Smart Drug Dispenser erstmals im vergangen Oktober auf der CPhI Worldwide in Madrid vor und erhielten auf der im darauffolgenden Monat stattfindenden Compamed in Düsseldorf den Devicemed-Award in der Kategorie Produkte. Nun haben sie den Dispenser weiterentwickelt und zirka 25 Prozent kleiner gestaltet.

Neue Anwendungsfelder für Ärzte und die Pharmaindustrie

Der Hauptvorteil des Smart Drug Dispensers liegt in der verbesserten Compliance für zeitgenau und korrekt dosierte Medikamente. Dies kommt besonders bei dementen Patienten zum Tragen, die ohne Kontrolle über ihre Medikation vielleicht nicht mehr zu Hause gepflegt werden können. Genauso profitieren Patienten, die mehrere Medikamentendosen zu bestimmten Tageszeiten einnehmen müssen. Aber auch darüber hinaus bietet das Gerät zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten. Denkbar ist beispielsweise der Einsatz in der Substitutionstherapie ehemaliger Opioidabhängiger. Hier hätte der Smart Drug Dispenser einen doppelten Vorteil: Die korrekte Einnahme kann mit der Benachrichtigungsfunktion überwacht werden. Und der Patient kann das Medikament nur in der eingestellten Häufigkeit und Dosierung einnehmen.

Smartphone und Gesundheit kommen einander näher

Der Trend im Gesundheitswesen geht in Richtung personalisierte Medizin, es werden ebenso moderne wie benutzerfreundliche Lösungen gesucht. Projekte wie der Smart Drug Dispenser treffen dadurch den Nerv der Zeit: Er integriert neue Funktionen in ein Gerät, das die zunehmend technikaffinen Patienten längst benutzen: das Smartphone. Die wachsende Zahl an Gesundheits-Apps zeigt, dass die Grenze zwischen Medizinprodukt und Smartphone immer durchlässiger wird.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal Devicemed.

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