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eProcurement in der EU PEPPOL – europaweite Vernetzung von Auftraggebern und Lieferanten

| Autor / Redakteur: Jan Windheuser / Gerald Viola

Bis zum Jahre 2010 sollen in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in allen öffentlichen Stellen die Voraussetzungen für die komplette elektronische Abwicklung aller Beschaffungsprozesse geschaffen sein. 50 Prozent der Transaktionen sollen zu diesem Zeitpunkt tatsächlich elektronisch abgewickelt werden. So lautet eine Selbstverpflichtung der Staatengemeinschaft.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, arbeiten im Projekt PEPPOL Wissenschaftler, Vertreter der Öffentlichen Verwaltung, Lieferanten und Softwarehersteller an der Entwicklung von Pilotlösungen.

Rund 1.500 Milliarden Euro jährlich, so wird geschätzt, gibt die Öffentliche Hand innerhalb der Europäischen Union für Dienstleistungen und Waren aus. Das entspricht rund 16 Prozent des Brutto-Inland-Produktes der EU. Dementsprechend groß sind Interesse und wirtschaftlicher Druck, zu effizienteren Beschaffungsprozessen zu kommen.

Erreicht werden soll dies durch bessere Ausnutzung der Informationstechnologie: „eProcurement“ ist das Stichwort. Tatsächlich existieren Lösungen für die elektronische Beschaffung in vielen europäischen Ländern – die indes sehr unterschiedlich konzipiert wurden und in verschiedenen Umsetzungsphasen sind. Diese Lösungen sind zudem national ausgerichtet, eine Abstimmung oder Standardisierung findet kaum statt. Und durch fehlende Harmonisierung sind Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt.

Eine ganzheitliche Betrachtung des kompletten Prozesses der öffentlichen Beschaffung von der Angebotsabgabe bis zur Rechnungslegung ergibt fünf elementare Bausteine:

  • elektronische Signaturen für nachweisliche Echtheit und Unversehrtheit elektronischer Nachrichten,
  • eine standardisierte Unternehmensakte für die Präqualifikation im eProcurement, das „virtual company dossier“ zur Identifikation potenzieller Auftragnehmer,
  • elektronische Kataloge, um die Ausschreibungs- und Angebotsphase zu erleichtern,
  • elektronische Bestellung und
  • elektronische Rechnungsabwicklung.

Die Unterschiedlichkeit dieser Bausteine unterstreicht die Bedeutung, aber auch die Komplexität der Aufgabe, europaweit zu kompatiblen Lösungen zu kommen.

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