Public Service Summit 2010

People powered Public Sector

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Im eGovernment immer noch Kreisliga

Zur Bewältigung der weltweiten Herausforderungen – etwa des demografischen Wandels, der zunehmende Trend zur Urbanisierung, des steigenden globalen Wettbewerbs und der daraus entstehenden sozialen Verwerfungen und Arbeitsmarktprobleme oder dem Klimaschutz – stehen heute völlig neue Technologiearchitekturen und -werkzeuge wie Social Networks, Cloud Computing, IP-Connectivity, Breitband und Video zur Verfügung, deren Wirkungen sich erst in Ansätzen zeigen. Mit diesen Technologien sind enorme Chancen verbunden, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und die Standortattraktivität zu stärken.

Technologie ist ein wichtiger Enabler. Das Internet demokratisiert die Gesellschaft und fordert von Behörden Transparenz sowie Partizipation ein. Staat und Kommunen sind mehr und mehr gefordert, eine ganzheitliche Politik zu betreiben, die gesamte Infrastruktur miteinander zu vernetzen und flexibler auf Anforderungen von außen zu reagieren und Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Wirtschaft zu antizipieren. Die daraus resultierenden neuen Rahmenbedingungen müssen den Menschen neue Freiräume verfügbar machen und sie in ihren Selbstbestimmung und damit in ihrer -organisation stärken.

Nicht weniger Staat, sondern ein flexibler, dynamischer und leistungsstarker Staat mit einer engagierten Bürgergesellschaft ist das Gebot der Stunde.

Alle Vorträge in Stockholm zeigten das wachsende Engagement der Menschen in sozialen Gemeinschaften (Communities) und in den Städten und Gemeinden. People powered Public Sector wird mehr und mehr zu einer Bewegung, welche die Gemeinschaft stärkt, Teile, die zusammengehören, zusammenbringt, Nachhaltigkeit einfordert und partnerschaftliches Vorgehen verlangt.

In Nord- und Südamerika, Indien, Australien, in Europa – hier besonders in Skandinavien, Portugal und Spanien – sind inzwischen starke zivilgesellschaftliche, internetgestützte Aktivitäten von Bürgern zu finden. Ideen und Konzepte finden dort eher Eingang in die Politik und in die Verwaltung und werden schneller umgesetzt als in Deutschland. Wir in Deutschland wissen vieles, aber es braucht sehr lange, bis im Gestrüpp des Föderalismus die Dinge umgesetzt sind.

Trotz bemerkenswerter Referate von deutscher Seite in Stockholm – wie etwa von der Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig und dem Münchener Wissenschaftler Prof. Helmut Krcmar – ist Deutschland derzeit nicht in der Lage, in der Weltliga der Verwaltungsinnovatoren mitzuspielen. Das machte der Summit in diesem Jahr besonders deutlich. Das muss sich ändern.

Voraussetzung dafür ist jedoch, sich – neben dem Tagesgeschäft der Verwaltungsmodernisierung – wesentlich stärker mit dem grundlegenden Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auseinander zusetzen und daraus Zukunftsentwürfe und Konzepte zu entwickeln und Mitstreiter bei der Realisierung zu gewinnen.

Auf die große Politik zu warten, können wir uns nicht leisten. Es werden aktive Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte sein, die Deutschland verändern werden. Nach diesen Hausaufgaben braucht Deutschland dringend Protagonisten auf internationalen Bühnen im Bereich der Modernisierung.

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