Elektronische Gesundheitskarte Patientendaten sollen jetzt geschützt werden

Redakteur: Manfred Klein

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat die Gespräche mit der Selbstverwaltung über den weiteren Aufbau einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen aufgenommen. Erste Ergebnisse: Die Realisierung medizinischer Anwendungen, die über die Speicherung von Notfalldaten hinausgehen, sind bis auf weiteres auf Eis gelegt. Die Gespräche sollen im kommenden Jahr insbesondere die Frage eines effektiven Projektmanagements klären.

Firmen zum Thema

Philipp Rösler belegt Gesundheitskarte mit Moratorium Quelle: BMG
Philipp Rösler belegt Gesundheitskarte mit Moratorium Quelle: BMG
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei dem Treffen mit Dr. Carl-Heinz Müller (Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung) und Dr. Doris Pfeiffer (Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes) wurde die im Koalitionsvertrag verabredete Bestandsaufnahme eingeleitet. Dadurch sollen der mögliche Leistungsumfang der Gesundheitskarte sowie das Geschäftsmodell und die Organisationsstrukturen der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik) und ihr Zusammenwirken mit der Selbstverwaltung und dem Bundesministerium für Gesundheit sowie die bisherigen Erfahrungen in den Testregionen überprüft und bewertet werden.

Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums wurden bei dem Gespräch auch der aktuelle Status des Projektes, die Ausrichtung der weiteren Testmaßnahmen, die darauf basierenden notwendigen weiteren Umsetzungsschritte sowie das Themenfeld der Zusammenarbeit der Gesellschafter der Gematik einschließlich der für einen erfolgreichen Projektfortschritt erforderlichen Entscheidungsstrukturen erörtert.

Nächste Seite: Praxistauglichkeit, die Verbesserung der Behandlungsqualität und die Sicherheit sollen künftig im Vordergrund stehen

Sichere Kommunikationsinfrastruktur soll schnellstmöglich umgesetzt werden

Zwischen den Gesprächspartnern habe Übereinkunft bestanden, dass eine praxisorientierte und sichere Telematikinfrastruktur notwendig sei, damit die Herausforderungen an ein technologisch hoch entwickeltes und modernes Gesundheitswesen erfüllt werden könnten. Angesichts der Ergebnisse der Testvorhaben gelte es nun, den weiteren Ausbau der Infrastruktur konsequent darauf auszurichten, dass die Praxistauglichkeit für die behandelnden Ärzte, die Verbesserung der Qualität der Behandlung für die Patienten sowie die Sicherheit im Vordergrund stünden. Nur so sei es möglich, die notwendige Akzeptanz für die Telematikinfrastruktur, insbesondere bei den Versicherten und den Ärzten, zu gewinnen.

Die Erweiterung der Krankenversichertenkarte zu einer elektronischen Gesundheitskarte soll daher zunächst auf ein modernes, sicheres Versichertendatenmanagement sowie die Notfalldaten konzentriert werden. Zugleich sollen die Forderungen der Ärzte und Krankenkassen nach einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur schnellstmöglich umgesetzt werden. Für alle weiteren möglichen medizinischen Anwendungen müssten zuerst konsequent Lösungen entwickelt und optimiert werden, die ihren Nutzen für die Patienten, ihre Praxistauglichkeit sowie die Einhaltung des Datenschutzes in Testverfahren eindeutig nachgewiesen hätten.

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler erklärt zu den Gesprächsergebnissen: „Wir gehen den Aufbau der Telematikinfrastruktur schrittweise an und beginnen mit einer erweiterten und datenschutzrechtlich sichereren Krankenversichertenkarte. Die Realisierung weiterer medizinischer Anwendungen wird so lange mit einem unbefristeten Moratorium belegt, bis praxistaugliche, höchsten datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechende Lösungen vorgelegt werden.“

Die Gesprächspartner vereinbarten, die Gespräche in diesem Jahr weiter fortzusetzen und insbesondere hinsichtlich der Frage eines effektiven Projektmanagements zum Abschluss zu bringen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2042283)