Licht am Ende des Glasfaser-Tunnels

Passive optische Netze vs. aktive optische Netze

| Autor / Redakteur: Klaus Pollak / Andreas Donner

Best of both Worlds

Eine für Netzbetreiber interessante Möglichkeit ist die Kombination von aktiver und passiver Technologie in einem einzigen Subrack wie sie die Multi-Service-Zugangsplattform MileGate von Keymile bietet. Dabei können in einem Subrack parallel sowohl Karten mit optischen Ethernet-Schnittstellen als auch GPON-Karten betrieben werden. Für rein optische Netze ergeben sich daraus wichtige Vorteile.

Die GPON-Karte ermöglicht Netzbetreibern, Privathaushalte in städtischen Gebieten mit einem schnellen Breitbandzugang zu versorgen. Sicherheitskritische Geschäftskundendaten werden mit aktiver Glasfasertechnik übertragen, da in PON-Netzen alle Daten an allen Anschlüssen anliegen und somit nur die Verschlüsselung vor dem Ausspähen schützt. In einer solchen gemischten Architektur kann die für Privatkunden wichtige Anschlussdichte mit dem für Geschäftskunden wichtigen ultraschnellen sicheren Breitbandzugang verbunden werden.

Beim Aufbau von Glasfasernetzen haben sich in den letzten Jahren die regionalen und alternativen Netzbetreiber stark engagiert. So hat etwa der Breitbandnetzbetreiber Antennenbau Muth in Halle (Saale) mit der Multi-Service-Zugangsplattform MileGate von KEYMILE ein Citynetz errichtet. Der Anschluss der Gebäude erfolgt mit Glasfaser (FTTB). In den Häusern wird die vorhandene Kupferinfrastruktur verwendet.

Auch in Barmstedt, einer Kleinstadt im Süden von Schleswig-Holstein, haben die dortigen Stadtwerke seit 2012 in den Aufbau eines schnellen Glasfasernetzes bis zu den einzelnen Häusern investiert. Bis zum Ende vergangenen Jahres waren alle 3.500 Häuser auf dem Stadtgebiet an das neu errichtete Glasfasernetz angeschlossen. Ebenfalls mit MileGate haben die Stadtwerke Emsdetten im Münsterland, COMIN in Ingolstadt oder htp in Hannover Privathaushalte und Wohnungsgenossenschaft mit aktiver Glasfasertechnik angeschlossen. Auch in anderen Städten gibt es Pläne, die in den nächsten Monaten umgesetzt werden sollen.

Fazit

In naher Zukunft wird die Mehrzahl der Privathaushalte einen Breitbandanschluss von 100 Mbit/s benötigen, um am ganz normalen Netzleben teilhaben zu können. Der weitere Anstieg ist aber absehbar. Nach dem momentanen Stand der Technik lässt sich diese Bandbreite nur per Glasfaseranschluss nachhaltig realisieren. Bis es so weit ist, bauen VDSL2 und Vectoring bzw. G.fast eine Brücke ins Glasfaserzeitalter. Aktuell spielt diese Kombination eine wichtige Rolle für eine bessere Breitbandversorgung. Investitionen in eine FTTC-Infrastruktur bleiben bei einer künftigen Migration von FTTC zu einem reinen FTTB/FTTH-Glasfasernetz geschützt. Auch wenn es momentan nur langsam vorangeht, die Zukunft gehört auf jeden Fall den Glasfasernetzen.

Über den Autor

Klaus Pollak ist Head of Consulting & Projects bei Keymile in Hannover.

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