Licht am Ende des Glasfaser-Tunnels

Passive optische Netze vs. aktive optische Netze

| Autor / Redakteur: Klaus Pollak / Andreas Donner

Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects bei Keymile: „Auf lange Sicht sind nur Glasfasernetze in der Lage, das Bandbreitenwachstum zu bewältigen.“
Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects bei Keymile: „Auf lange Sicht sind nur Glasfasernetze in der Lage, das Bandbreitenwachstum zu bewältigen.“ (Bild: Keymile)

Netzbetreiber müssen mit immer höheren Geschwindigkeiten immer mehr Informationen für Anwendungen wie Video on Demand und hochauflösendes Fernsehen übermitteln oder Cloud-Dienste zur Verfügung stellen. Wo immer möglich, werden daher Glasfasernetze aufgebaut. Bleibt die Frage, ob hierfür PON oder P2P die bessere Wahl ist.

Im Unterschied zu vielen anderen EU-Staaten nutzen in Deutschland Privathaushalte und Unternehmen zur Breitbandversorgung noch überwiegend die DSL-Plattformen der Netzbetreiber. Das verdeutlicht ein Blick auf die Netzabdeckung der verschiedenen Breitbandtechnologien. In einem Bericht für die EU-Kommission kommen die Marktforscher von Point Topic zum Ergebnis, dass in den 27 EU-Staaten zusammengenommen nur jeder vierte Haushalt über einen VDSL2-Anschluss verfügt, in Deutschland ist es fast jeder zweite.

Während Deutschland bei VDSL2-Anschlüssen in der Spitzengruppe liegt, sieht es bei den Glasfaseranschlüssen ganz anders aus. Deutschland befindet sich in diesem Segment der Breitbandanschlüsse im unteren Bereich der europäischen Skala. Hierzulande haben gerade einmal 2,6% aller Haushalte Zugang zu einem Glasfaseranschluss. Der europäische Durchschnitt liegt bei 12,5%, in Schweden ist es nahezu jeder zweite Haushalt.

Das aktuelle verfügbare Angebot an Bandbreite ist die eine Seite, eine andere ist der heute schon absehbare Bedarf. Ein Blick auf die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt: Das Wachstum an Bandbreite ist ungebrochen.

Bei den Privathaushalten sind die wesentlichen Treiber zum einen die Videodienste wie Youtube, IPTV und Video-on-Demand und zum anderen Cloud-Dienste für Filme, Fotos und Backup-Anwendungen. Auch in den Unternehmen ist ein zunehmender Bedarf an Web-Backup-Diensten und anderen Cloud-Computing-Applikationen zu verzeichnen. Gründe für sehr schnelle Breitbandzugänge gibt es also genügend.

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben eines gezeigt: Wenn die Bandbreite zur Verfügung steht, wird sie – zugegebenermaßen manchmal mit etwas Verzögerung – auch genutzt. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Eine nachhaltige Infrastruktur für die nächsten 20 Jahre

Ein durchgängiges Glasfasernetz bis zum Endkunden (FTTB/H) liefert die leistungsstärkste TK-Infrastruktur, mit der Netzbetreiber die heutigen anspruchsvollen Anwendungen bewältigen und den weiter steigenden Bandbreitenbedarf im nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus hinreichend abdecken können. Die Verwendung von Glasfaserkabel verspricht annähernd grenzenlose Übertragungsmöglichkeiten. Darüber herrscht unter Experten weitgehende Einigkeit. Ziel beim Aufbau eines Glasfasernetzes ist es, eine nachhaltige Infrastruktur für die nächsten 30 oder gar 50 Jahre zu errichten.

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