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PC-Ware Partner für eGovernment

Redakteur: Manfred Klein

Eines mögen sie in Leipzig bei PC-Ware gar nicht: Wenn man sie als Kistenschieber und Lizenzhändler klassifiziert. Natürlich macht man bei dem IT-Unternehmen auch das. Aber das ist noch längst nicht alles. Mittlerweise ist das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten deutschen Mittelständler im IT-Bereich geworden, der neben dem Systemhausgeschäft auch eigene Produkte entwickelt und erfolgreich auf den Markt bringt. Ganz besonders gilt das für den Bereich eGovernment.

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( Archiv: Vogel Business Media )

So hat das Unternehmen mit der spanischen Firma Senta die europäische eGovernment-Lösung „Digitales Rathaus“ entwickelt, dessen offiziellen Start Microsoft im Herbst des vergangenen Jahres auf den von der EU-Kommission veranstalteten EU Open Days bekannt gab. In die Entwicklung brachte PC-Ware die Erfahrungen ein, die es mit seinem Produkt eGovernment Starter Kit gemacht hatte. Auch dieses Produkt, das gemeinhin unter der Microsoft-Flagge segelt, wurde zu einem nicht geringen Anteil von PC-Ware in Leipzig entwickelt.

Das Digitale Rathaus soll es jeder Stadt und jeder Kommune auf einfache Weise ermöglichen, Behördendienste online verfügbar zu machen. Laut PC-Ware können mit der Lösung „sämtliche existierenden und auch mögliche neue Fachverfahren integriert und dem Bürger über ein intuitives und benutzerfreundliches Portal zugänglich gemacht werden“.

Lösungsangebote

Die Plattform soll zudem den Austausch von Erfahrungen beim Einsatz von eGovernment-Lösungen zwischen den Städten und Gemeinden in Europa ermöglichen und damit zu einem Multiplikator für das Heranwachsen von eGovernment-Prozessen und –Strukturen in Europa werden.

Und auch in dem von Microsoft initiierten Gemeinschaftsprojekt „Unsere Verwaltung“ mischen die Leipziger kräftig mit. Zu dem Projekt, in dem sieben Partnerunternehmen (eGovernment Computing berichtete) ihre verschiedenen Fachanwendungen zu einer Gesamtlösung für die Öffentliche Verwaltung zusammenführen wollen, steuert PC-Ware seine Anwendungen zur elektronischen Gerichtsakte und zur Online-Melderegisterauskunft bei.

Da passt die Kooperation von PC-Ware mit dem Bundesland Rheinland-Pfalz gut ins Bild, in deren Rahmen ein .net-Intermediär entwickelt wurde, der die rechtssichere Abwicklung all dieser Prozesse nach dem OSCI-Standard ermöglicht. Die gemeinsame Entwicklung hat – passend zur eGovernment-Initiative des Landes – vor allem die Interessen der Wirtschaft im Fokus. Denn die Anwendung soll in erster Linie den Aufbau von Anwendungen für das produzierende Gewerbe erleichtern. Erste Integrationsprojekte wollen die Partner noch in diesem Jahr starten. Nutznießer dieser Entwicklung sind vor allem die Kommunen. Denn diese haben in Zukunft die Wahl, ob sie den Open-Source-Intermediär aus Bremen oder die .net-Anwendung aus Leipzig einsetzen wollen.

Ausblick

Weitere Lösungen der Leipziger sind unter anderem ein Informationsportal für Verwaltungen und Kommunen, das Komponenten für das Content Management und Dokumentenmanagement in einer Anwendung vereinigt. Und auch mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie beschäftigt sich PC-Ware zusammen mit Microsoft und anderen Partnern. In Leipzig beklagte man sich allerdings, dass bisher keine ausreichende Definition der geforderten Mindestleistung einer solchen Lösung vorliege.

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