SOA in der Öffentlichen Verwaltung

Paradigmenwechsel oder Episode?

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Wie erfolgt ein erster Schritt?

Die erfolgreiche Umsetzung eines SOA-Ansatzes hat wenig zu tun mit einem „Big Bang“, in dem über ein Großprojekt in einer Behörde SOA „eingeführt“ wird. SOA-Projekte starten idealerweise eher über eine Pilotanwendung, welche die Tragfähigkeit des Ansatzes nachweist. In enger Zusammenarbeit zwischen Organisation und IT sollte zunächst ein gemeinsames Verständnis über die strategische Zielstellung eines SOA-Ansatzes und der konkreten Bedeutung für die Strategie der jeweiligen Behörde gefunden werden. Weisen Pilotbetrieb beziehungsweise im Umfeld durchgeführte Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen entsprechende Ergebnisse aus, ist das weitere Vorgehen zur behördenweiten Umsetzung eines SOA-Ansatzes anhand eines langfristigen Programms zu planen.

Fazit

Es erscheint durchaus zulässig, von einem wachsenden Dienstleistungsbewusstsein der Öffentlichen Verwaltung zu sprechen. Die Notwendigkeit der stärkeren Ausrichtung von eGovernment-Dienstleistungen an den Bedarfen der Nutzer wird unter anderem auch in der eGovernment-Strategie 2.0 des Bundes deutlich adressiert. Da diese Bedarfslage aller Voraussicht nach nicht stabil ist, stellt der SOA-Ansatz für die Flexibilisierung der IT-Unterstützung und des gesamten behördlichen Leistungsangebots einen potenziell hohen Wertbeitrag dar. Die „Service-Orientierung“ kann über den IT-Kontext hinaus ebenfalls im besten Sinne des Wortes verstanden werden, da der Ansatz eine permanente Ausrichtung an sich ändernden fachlichen Anforderungen ermöglicht. Insofern scheint der viel bemühte Begriff des Paradigmenwechsels an dieser Stelle angebracht. Es bleibt zu hoffen, dass die Öffentliche Verwaltung in Deutschland ähnlich wenig Berührungsängste mit SOA zeigt, wie ihre europäischen Pendants, da unter Umständen nur durch den SOA-Ansatz politische Absichten und Versprechen auf der Umsetzungsseite auch langfristig eingehalten werden können.

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