Suchen

Bitkom zum aktuellen Stand der digitalen Verwaltungsdienstleistungen OZG: „Vollständige Umsetzung bis 2022 ist unrealistisch“

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Der Nationale Normenkontrollrat hat den aktuellen Stand der Umsetzung des Onlinezugangsverbesserungsgesetzes (OZG) im neuen „Monitor Digitale Verwaltung“ veröffentlicht. Bitkom-Präsident Achim Berg wünscht sich eine schnellere OZG-Umsetzung in Deutschland.

Firmen zum Thema

Der Bitkom-Präsident Achim Berg sagt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei der OZG-Umsetzung weiter hinten liegt
Der Bitkom-Präsident Achim Berg sagt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei der OZG-Umsetzung weiter hinten liegt
(© Sikov - stock.adobe.com)

Achim Berg kritisiert den aktuellen Entwicklungsstand der OZG-Umsetzung in Deutschland: „Beim eGovernment hinkt Deutschland der internationalen Entwicklung weiter hinterher und ist im europäischen Vergleich nur unteres Mittelmaß.“ Es gäbe zwar Fortschritte in Deutschland, doch Länder wie Dänemark, Österreich oder Finnland würden hier mehr Tempo machen, so der Bitkom-Präsident. „Dass bis 2022 tatsächlich alle 575 Verwaltungsdienstleistungen online angeboten werden, halten wir für unrealistisch. Dafür sind zu viele wesentliche Fragen unbeantwortet, etwa im Hinblick auf das Management der föderalen IT-Architektur und die Standardisierung von Schnittstellen. Auch sind einige Zuständigkeiten noch immer nicht geregelt, etwa zur Definition und Kontrolle fachlicher und technischer Standards“, erläutert Achim Berg.

Bitkom-Präsident Achim Berg
Bitkom-Präsident Achim Berg
(© Bitkom)

Berg weiter: „Der Behördengang via Internet ist kein Selbstzweck, sondern muss nutzerorientiert, wirtschaftlich und nachhaltig umgesetzt werden.“ Das „digitale Rad“ müsse nicht in allen 400 Kreisen und 11.000 Kommunen neu erfunden werden.

„Was wir brauchen, sind bundesweite Standards und skalierbare Lösungen. Das Fundament digitaler Verwaltungsdienstleistungen ist eine sichere Identifizierung von Personen und Organisationen. Dafür müssen einheitliche nationale Bürger- beziehungsweise Unternehmenskonten eingeführt werden. Digitale Verwaltungsangebote sind ein ganz zentraler Standortfaktor und diesen Standortfaktor müssen wir mit mehr Nachdruck entwickeln“, ergänzt Berg.

(ID:46168509)