Cloud-native App-Entwicklung OutSystems stellt mit „Project Neo“ neue Low-Code-Plattform vor

Von Michael Matzer

Die neue Plattform mit dem Codenamen „Project Neo“ kombiniert Cloud-Architektur mit Kubernetes-Unterstützung und CI/CD-Techniken mit einer Low-Code-Umgebung für die Entwicklung Cloud-nativer Apps.

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„Project Neo“ stellt sicher, dass die Cloud-Architektur immer auf dem aktuellsten Stand der Technik ist – auch wenn ständig neue Cloud-Dienste eingeführt werden.
„Project Neo“ stellt sicher, dass die Cloud-Architektur immer auf dem aktuellsten Stand der Technik ist – auch wenn ständig neue Cloud-Dienste eingeführt werden.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

Zweck von „Project Neo“ ist die erhöhte Skalierbarkeit, die Software-Architektur auf den modernsten Stand zu bringen sowie die Produktivität der Entwickler von Cloud-nativen und mobilen Apps zu steigern. Zwar diene Neo dazu, „die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Zeiten von ‚Cloud first’ zu sichern“, so Regional Vice President Carlo Pacifico, aber offensichtlich geht es auch darum, OutSystems eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Allrounder in der Entwicklungsabteilung

Denn der Markt verlangt nach Angaben von Analysten wie der Gartner Group nach Agile Development mit modernen Tools und sich ständig weiterentwickelnden Software-Architekturen. „Dies werde schon bald zwei Drittel aller Programmierprojekte ausmachen“, zitiert OutSystems EMEA-Consultant Christoph Windheuser aus einer Gartner-Studie zu Low- und No-Code-Tools. „Damit werden Entwickler viermal produktiver als bisher.“ Neo soll eine weitere Steigerung der Effizienz bringen. Und man „braucht nur noch einen einzigen Allround-Entwickler statt wie bisher vier bis fünf Spezialentwickler.“ Gleichzeitig sollen Low-Code-Plattformen wie „Neo“ die App-Entwicklung demokratisieren.

Apropos Wettbewerb: Konkurrenten wie Simplifier und andere treiben die Modernisierung ihrer jeweiligen Plattform stark voran. Doch da es an IT-Fachkräften mangelt – laut Bitkom fehlten Ende 2020 mindestens 20.000 IT-Fachkräfte im deutschen Markt –, müssen diese Plattformen ihre Anforderungen an die Fachkenntnisse der Entwickler senken, um ihren Markt ausweiten zu können. Solution Architect Tino Fliege sagte auf einer Präsentation, dass ein komplettes Programmier-Projekt „jetzt nur noch Tage statt Wochen“ in Anspruch nehmen würde.

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Die Neo-Plattform

„Project Neo“ kombiniert nach den Worten von Pacifico die Produktivitätsvorteile der visuellen, modellbasierten Entwicklung mit einer modernen Container- und Kubernetes-basierten Cloud-Architektur. Diese Cloud werde auf Amazon Web Services (AWS) gehostet, die Unterstützung weiterer Public-Cloud-Umgebungen sei in Planung: „So kann jedes Unternehmen benutzerdefinierte Cloud-Apps erstellen, die weltweit einsetzbar sind und sich kontinuierlich anpassen lassen.“ Die aktuelle OutSystems-Plattform unterstützt keine Container.

„Mit Project Neo haben wir eine Plattform entwickelt, die es jedem Entwicklerteam ermöglicht, jede beliebige App zu entwickeln und sie beliebig zu skalieren“, so Paulo Rosado, CEO und Gründer von OutSystems. „Entwickler sollten in ihren Unternehmen Innovationen vorantreiben, sind aber in einer Komplexität gefangen, die ihre Fähigkeit zur Innovation und Differenzierung erheblich einschränkt. Mithilfe unserer Tools können Entwickler ihre Kreativität für das Unternehmen einsetzen und einen massiven Wettbewerbsvorteil schaffen, statt ihr Talent in das Reparieren, Ändern und Warten von Code und veralteten Systemen zu stecken.“ Durch Demokratisierung der Entwicklung sollen Kunden Plattformen erstellen können, die Container und Kubernetes mit Cloud-Technologien wie Serverless, Datenbank-Autoskalierung, Ereignis- und Messaging-basierter Orchestrierung kombinieren.

OutSystems soll es Teams erlauben, ihre Legacy-Applikationen in die Cloud zu verlagern, neue und strategischere Applikationen zu entwickeln oder Initiativen zur digitalen Transformation zu starten, die sich auf alle Bereiche ihres Unternehmens auswirken, also von internen Prozessen bis hin zu mobilen Apps.

Das Evergreen-Prinzip

„Project Neo“ ist ein Allround-Talent: Es automatisiert DevOps-Prozesse, verwaltet eine moderne Cloud-Laufzeitumgebung, dokumentiert Code automatisch, löst Code-Abhängigkeiten auf, führt Regressionstests durch, setzt Architekturstandards um, fügt kontinuierlich neue Plattformfunktionen hinzu und hält das gesamte System im Minutentakt auf dem neuesten Stand. Entwickler können sich also auf den Code konzentrieren. DevOps-Praktiken nach dem CI/CD-Prinzip sollen es Entwicklern erlauben, kritische Änderungen an Applikationen innerhalb von Stunden statt Tagen oder Wochen umzusetzen.

Die Plattform sei laut Pacifico entwickelt worden, um sicherzustellen, dass alle Cloud-Applikationen immer verfügbar und auf dem neuesten Stand der Technik seien. Dazu werde Project Neo automatisch mit den neuesten Cloud-Technologien (wie etwa Kubernetes) aktualisiert, ohne dass dies Auswirkungen auf bereits in Produktion befindliche Applikationen hat.

Anwendungen wachsen mit

Für Unternehmen mit vielen Online-Kunden wie etwa Mazda, Sage oder Schneider Electric ist die Skalierbarkeit ihrer Applikationen eine Frage des Überlebens. OutSystems Neo soll die automatische Skalierung von Consumer- und B2B-Apps bei großer Nachfrage gewährleisten. Pacifico: „Es ist schwer vorhersagbar, wann Benutzer-Communitys wachsen. Doch Entwickler können sich darauf verlassen, dass sich Apps auf Hunderte Millionen Benutzer skalieren lassen, wenn Organisationen oder die Nutzung von Applikationen wachsen.“

Wichtig ist auch, welche Art von Entwicklungsunternehmen OutSystems Neo unterstützt. Nach Angaben von Pacifico unterstützt Neo die Arbeit sowohl einzelner Entwickler als auch großer Enterprise-Software-Schmieden: „Project Neo sorgt dafür, dass jede Entwicklungsabteilung mit maximaler Produktivität und Leistung operiert. Hunderte Entwickler können gleichzeitig arbeiten und Applikations-Portfolios kontinuierlich aktualisieren.“ Der Code, den Neo produziert, ist nach Angaben von Tino Fliege in C# geschrieben und selbstverständlich gut wartbar – mit OutSystems, aber auch unabhängig davon mit Tools von Drittherstellern wie Microsofts IDE „Visual Studio“.

Ausblick und Markteintritt

OutSystems will weiterhin in die bestehende Plattform investieren, da diese mit „Project Neo“ koexistiert. Kunden sollen so eine Wahlmöglichkeit für jeweils die Cloud-native, Multi-Cloud- oder On-Premises-Lösung erhalten. Project Neo ist ab sofort als öffentliche Preview verfügbar und kommt im ersten Quartal 2022 offiziell auf den Markt. Zu der Frage nach der künftigen Preisgestaltung machten die Gesprächsteilnehmer keine Angaben. Dafür ist es wohl noch zu früh. Bis dahin können Entwickler OutSystems 11 kostenlos testen und eine Preview von „Project Neo“ erhalten.

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