Agenda 2020 weist den Weg in die digitale Zukunft

Osnabrück präsentiert neue IT-Strategie

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: Joerg Sabel - stock.adobe.com)

Mit der neuen IT-Strategie „Agenda 2020“ der IT-Abteilung hat die Stadt Osnabrück die überraschende Erfahrung gemacht, dass sich plötzlich auch andere Abteilungen für die Digitalisierung stark ­machen und vergleiche Konzepte entwickeln.

Die digitalen Technologien verändern nicht nur in großer Entwicklungsgeschwindigkeit das Gesicht von Wirtschaftsunternehmen, sondern sie werden auch zunehmend von den öffentlichen Institutionen als große Chance zur Modernisierung ihrer Verwaltungsorganisation und Bereitstellung neuer Bürgerservices erkannt. So auch bei der Stadt Osnabrück, die nun mit ihrer Agenda 2020 eine mittelfristige IT-Strategie mit ambitionierten Zielen entwickelt hat.

Vorangegangen war dieser neuen IT-Strategie jedoch eine mit der ITSM Group als Beratungspartner konzipierte Reorganisation. War die IT ursprünglich relativ zerklüftet in den verschiedenen Fachbereichen der Stadtverwaltung angesiedelt, so ist sie nun zentralisiert. „Rückblickend machte es wenig Sinn, die Standardaufgaben in der Informationstechnik dezentral zu betreiben“, begründet der IT-Leiter Tobias Fänger und meint damit insbesondere den Betrieb der zentralen IT-Anwendungen.

Ein IT als Enabler für die Fachbereiche

Deshalb ist inzwischen auch bereits das technische Equipment, das bisher auf 12 Serverräume in der gesamten Verwaltungsorganisation verteilt war, in einem zen­tralen Rechenzentrum zusammengefasst worden. Lediglich die ­Applikationsbetreuung für die fachverfahrensspezifischen Aufgaben bleibt noch in den jeweiligen Dienststellen.

„Wir müssen die Ressourcen konzentrieren und Kompetenzen zukunftsorientiert einsetzen, außerdem lässt sich eine zentrale und standardisierte IT wirtschaftlicher organisieren“, verweist Fänger auf die Vorteile. Allerdings stehen derzeit noch einige weitere Entwicklungsschritte an, um weitere wichtige Synergieeffekte nutzen zu können, da die Telekommunikation noch nicht in die Zentralisierung einbezogen ist.

Doch die Veränderungen haben nicht nur organisatorischen Charakter, sondern sie beinhalten zudem eine Neupositionierung der IT überhaupt. Dazu gehört vor allem, dass sie zukünftig allen Dienststellen gegenüber als Enabler fungieren und sie bei den sich verändernden Anforderungen mit innovativen Lösungen unterstützen wird. Die Messlatte legt der IT-Chef der Stadt Osnabrück dabei ziemlich hoch: „Wir werden mit ­einem ganzheitlichen und stadtweiten IT-Konzept als Innovationsmotor für moderne Verwaltungsprozesse agieren, um den Dienststellen einen spürbaren Mehrwert zu liefern.“

Dabei spielt speziell im Bereich Service Desk auch die interne Kundenorientierung mit einem aktiv gelebten Servicegedanken eine ­große Rolle. „Notwendig ist eine jederzeit schnelle Reaktion mit transparenter und zeitnaher Kommunikation.“

Ambitionierte IT-Strategie

Grundlage dafür ist die „Agenda 2020“ mit einem umfangreichen Katalog an geplanten Maßnahmen. „Es ist die erste IT-Strategie der Stadt Osnabrück überhaupt“, wie Fänger nicht ohne Stolz anmerkt. Sie sei die Antwort darauf, dass sich die IT in einem ständigen Wandel mit immer kürzeren Innovationszyklen befindet. Technologische Neuerungen ermöglichten stets auch neue Dienstleistungen, die von den Kunden auch eingefordert würden. Gleichzeitig stiegen aber auch die Qualitätsansprüche hinsichtlich der Bereitstellung und dem Betrieb dieser Technologien.

Diesen Herausforderungen muss sich eine Verwaltung auf der Organisation- und Prozessebene sowie in personeller Hinsicht stellen, was in der Konsequenz aber auch bedeutet, dass es einer mittelfristigen strategischen Roadmap bedarf. „Wir haben gemeinsam einige Jahre weit nach vorne geschaut und uns gefragt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um eine hohe Zukunftssicherheit in der technischen, prozessualen und organisatorischen Unterstützung der kommunalen Verwaltungsarbeit in Osnabrück zu er­langen“, beschreibt Frank Zielke, Vorstand der ITSM Group, die ursprüngliche Zielstellung bei der ­Erarbeitung der IT-Strategie.

Dazu gehört etwa eine Standardisierung in der Prozessarchitektur mit Automatisierung der Abläufe, weil sie derzeit noch relativ analog geprägt sind. Dies erfolgt aus gutem Grund, schließlich sind digital unterstützte Verwaltungsprozesse effizienter und fehlerfreier, wodurch nennenswerte Effekte zur Kostenoptimierung und Arbeitsentlastung entstehen.

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posted am 21.06.2017 um 13:16 von Unregistriert


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