eGovernment-Gesetz

Orientierung für Verwaltungen

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Ein weiterer Kritikpunkt war die nach Meinung vieler unzureichende Einbindung von De-Mail und nPA. Wie stehen Sie zu dieser Kritik?

Schmid: De-Mail und die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises sind für mich zwei wesentliche Elemente von eGovernment. Wesentlich ist hier: Behörden können die zugehörigen Infrastrukturen nutzen, auch wenn eigene Voraussetzungen bisher fehlen.

In diesem Zusammenhang kann ich auf unsere eigenen Arbeiten im Kompetenzzentrum neuer Personalausweis verweisen. Im Auftrag des Bundesinnenministeriums hat BearingPoint, wie andere IT- und Beratungsunternehmen auch, Behörden aller drei Verwaltungsebenen in den vergangenen vier Jahren zum Einsatz der eID-Funktion beraten.

Für De-Mail verfügt Bearing­Point über einen Showroom, in dem Behörden und Verwaltungen die technischen, organisatorischen, aber auch die wirtschaftlichen Fragen zum Einsatz in der Behördenkommunikation in Abhängigkeit von ihren spezifischen Anforderungen im Detail erörtern können.

Hier können die Fachleute aus den Behörden auch die Chancen diskutieren, die sich für ihre Geschäftsprozesse aus dem eGovernment-Gesetz ergeben.

Inwiefern macht die Forderung nach einer technischen Öffnungs­klausel – etwa für De-Mail-Anwendungen – Probleme?

Schmid: Diese Forderung weist für mich in die richtige Richtung. Alle verstehen sicherlich, dass es technisch nicht einfach sein wird, beispielsweise die elektronische Authentifizierung sicher technikoffen zu halten.

Wenn wir jedoch auf ein zukünftiges europäisches oder gerne auch globales eGovernment blicken, in dem elektronische Identitäten unterschiedlicher Provenienz akzeptiert werden beziehungsweise werden sollten, werden wir einen Bring-your-own-ID Ansatz benötigen. Gut, dass wir hierfür bereits zwei starke, sichere eGovernment-Komponenten mit De-Mail und der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises in Deutschland zur Verfügung haben.

Für die technische und rechtliche Umsetzung der Forderung sehe ich jedoch noch einen erheblichen Vorbereitungsaufwand. Entsprechend sollte nach meinem Verständnis dieser Frage den Behörden zur Umsetzung eine Brücke in Form von passenden Übergangsfristen und zen­tralen Unterstützungsleistungen geboten werden.

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