IT-Lösungen im Gesundheitswesen müssen fristgerecht umgesetzt werden

Operation am offenen Herzen

| Autor / Redakteur: Carsten Kramschneider* / Regina Willmeroth

Aus der Pflicht eine Kür machen

Mobile Geräte und Anwendungen machen auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt – und sind gerade für Ärzte und Pflegepersonal von großem Nutzen
Mobile Geräte und Anwendungen machen auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt – und sind gerade für Ärzte und Pflegepersonal von großem Nutzen (Bild: © contrastwerkstatt/ Fotolia.com)

Es läge hier durchaus auf der Hand, angesichts finanzieller Engpässe in deutschen Gesundheitseinrichtungen und der Notwendigkeit in eine moderne IT-Infrastruktur zu investieren, mehr politische Subventionen zu fordern; allerdings ist nicht selten zu beobachten, dass Kliniken und Arztpraxen jahrelang einen Investitionsstau vor sich herschieben. Ein Radikalumbau der historisch gewachsenen IT-Infrastruktur ist dann nur schwer umsetzbar.

Es müssen Silo-Sammlungen abgebaut werden, betagte Datenbanken und Backend-Systeme konsolidiert, das Netzwerk modernisiert und innovative Anwendungen implementiert werden – ein Projekt, das in seinem Schwierigkeitsgrad einer Operation am offenen Herzen gleicht.

Während die Bundesregierung die digitale Vernetzung durch das eHealth-Gesetz zur Pflicht erhebt, müssen Verantwortliche in Gesundheitsorganisationen diese Pflicht zur Kür machen. Das erfordert von ihnen ein radikales Umdenken mit Blick auf die Informationstechnik. Allzu oft ist die IT noch als „geldschluckendes Cost-Center“ verschrien. Dabei muss sie unbedingt als strategische Unternehmenseinheit ­definiert werden, die in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert generiert – sowohl im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Effizienz als auch zum Wohle der Patienten.

Neue Ansätze für eine ­gesunde IT

IT-Verantwortlichen bieten sich zahlreiche Lösungsansätze an. ­Essentiell ist es, verkrustete Rechenzentrums-Architekturen aufzubrechen und den Weg für einen Software-definierten Ansatz freizumachen, mit dem sich Rechenzentrumsservices kostengünstig und einfach konfigurieren und verwalten lassen wie virtuelle Maschinen. Auch lassen sich mit der Virtualisierungstechnologie die elektronischen Patientenakten oder computergestützte Verordnungssysteme und der Austausch von Patientendaten mit kalkulierbarem Aufwand bewerkstelligen. Mobile Geräte und Anwendungen machen auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt und sind gerade für Ärzte und Pflegepersonal etwa in einem großen Krankenhausbetrieb, bei einem Notfalleinsatz oder einer Privatvisite von enormem Nutzen. Die konsequente Vernetzung und die verbesserte interdisziplinäre Zusammenarbeit durch intelligente IT-Lösungen dienen hierbei der bestmöglichen Qualität der vernetzten Patientenversorgung.

Höchste Priorität für ­Datensicherheit

Da es sich im Gesundheitswesen stets um persönliche Patientendaten handelt, muss eine moderne Informationstechnik den Datenschutz an oberste Stelle stellen und höchste Sicherheitsstandards gewährleisten. Während Deutschland bereits mit den strengsten Datenschutzgesetzen innerhalb der EU auf die stetig steigende Cyber-Kriminalität reagiert, müssen Institutionen im Gesundheitswesen dringend ihr IT-Sicherheitskonzept überdenken, um die Gesetze zu befolgen und Hackern das Handwerk zu legen.

Einen Ansatz liefert die Mikrosegmentierung des Netzwerkes. Aufbauend auf der Virtualisierung des Netzwerkes werden Sicherheitsfunktionen von der zugrunde liegenden physischen Hardware ­entkoppelt und Defizite bei der Sicherheitsbereitstellung von Legacy-Architekturen überwunden. Die Mikrosegementierung erlaubt dabei ein detailliertes Firewalling und die Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien über alle Workloads des Rechenzentrums – unabhängig von der Topologie und Komplexität des Netzwerks.

Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen

Der Autor: Carsten Kramschneider
Der Autor: Carsten Kramschneider (Bild: © VMware)

Das Gesundheitswesen in Deutschland steckt mitten in einem großen Transformationsprozess – rechtlich, ökonomisch, ethisch und medizinisch. Ein Innovations­sprung mit dem eHealth-Gesetz kann jedoch nur durch den intelligenten Einsatz von Technologie geschehen. Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Digitalwirtschaft müssen weiter an einem Strang ziehen, um die gesunde Digitalisierung der Medizin voranzutreiben. Im Hinblick auf die temporeichen Fristen werden vier wesentliche Faktoren maßgeblich über Erfolg und Misserfolg bestimmend sein:

Die Standardisierung des Datenaustausches, die Einbindung der Patienten und die Gewährleistung der Sicherheitsstandards beim Datenschutz sowie eine Investitionssteigerung in die IT. Nur wenn diese Faktoren berücksichtigt werden, kann eine echte Wertschöpfungskette in der modernen IT-Versorgung im Gesundheitswesen entstehen und die Frage, ob Deutschland in Sachen eHealth aufhole, kann dann mit einem „Ja“ beantwortet werden.

* Carsten Kramschneider, Account Executive Public, Healthcare & Education, VMware

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Lieber Herr Anonymus, könnten Sie das vielleicht etwas präzisieren und es nicht einfach bei...  lesen
posted am 28.03.2017 um 12:17 von mk

Willkommen im wonderland of digital health! Willkommen im Donald-Land! Warum? Zahlreiche momentane...  lesen
posted am 28.03.2017 um 11:54 von Unregistriert


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