Kommunen als Vorreiter

Open Source heißt Zukunft

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Offene Schnittstellen

René Paul, Systemadministrator, Stadtwerke Gießen
René Paul, Systemadministrator, Stadtwerke Gießen
(Bild: it-novum GmbH)

Heute scheint sich Open Source nicht zuletzt im IT-Bereich der Öffentlichen Verwaltung mehr und mehr durchzusetzen – ob für die IT-Dokumentation, die Netzwerküberwachung oder als Ticketsystem für den Servicedesk. Neben Anwendungsszenarien aus der Infrastruktur wird Open Source auch dann verstärkt nachgefragt, wenn Daten ausgetauscht werden müssen.

Viele Behörden müssen sich mit Datenintegration und Datenschnittstellen auseinandersetzen. Ein Beispiel dafür ist die Bundespolizei. Für die Bundespolizei geht es angesichts der Flüchtlingslage darum, Daten aus verschiedensten Töpfen zusammenzubringen und über standardisierte Schnittstellen mit anderen Behörden auszutauschen.

Mit den alten, bestehenden Systemen ist es jedenfalls nicht möglich, alle gewünschten Daten bereitzustellen. Hier können Open-Source-­Lösungen eine ihrer großen Stärken ausspielen: Sie verfügen nativ über offene Schnittstellen.

Big Data als OSS-Treiber

Im Zuge der allgemeinen Digitalisierung wird Big Data immer wichtiger. Dem kann sich auch die ­Öffentliche Verwaltung nicht verschließen. Nicht nur im Rahmen von Smart-City-Projekten wird Big Data bedeutsam. In der Verwaltung setzt sich die Erkenntnis durch, dass IT und Business Intelligence dazu eingesetzt werden können, öffentliche Güter – wie etwa Energie, Infrastruktur oder Ressourcen – wirtschaftlicher zu nutzen.

Wenn die ökonomische Nutzung dieser Güter im Rahmen von Big-Data-Projekten besser erforscht würden und man relevante Daten zusammenbrächte, könnten Kommunen zugleich lebensfreundlicher werden – etwa durch optimierte Angebote im öffentlichen Personennahverkehr.

Die Stadt Frankfurt stellt zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Offene Daten Frankfurt“ Verkehrsdaten zur Verfügung, die in Echtzeit aktualisiert werden. Dadurch lassen sich Staus vermeiden, weil Bürger Straßensperrungen umfahren oder gleich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können. Ob also im ÖPNV, bei der Müllabfuhr oder sogar beim Geheimdienst: Daten miteinander verknüpfen und auswerten zu können, wird immer entscheidender. So arbeitet etwa auch die Rhein-Sieg Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) an einem Data-Warehouse-Projekt auf Open-Source-Basis.

Das Ziel der Entsorgungsspezialisten im zweitgrößten Landkreis in NRW: das operative Geschäft besser zu überwachen, effektiver zu steuern und die Planung von Stoffströmen zu optimieren. Open Source gewinnt auch deshalb an Boden, weil in den Bereichen Big Data und Business Intelligence OSS-Lösungen stark verbreitet sind. Betrachtet man die Projekte der Apache Software Foundation wie z. B. Hadoop, so zählen die meisten bereits zu Standardlösungen für die Verarbeitung von Big-Data-Datenbeständen.

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