Kommunen als Vorreiter

Open Source heißt Zukunft

| Autor / Redakteur: Michael Kienle* / Susanne Ehneß

Offener Quellcode - attraktiv auch für den Public Sector
Offener Quellcode - attraktiv auch für den Public Sector (Bild: markusspiske/Pixabay / CC0)

Auch für die Öffentliche Verwaltung sind Offenheit und Flexibilität hochattraktiv. Quelloffene Software wird zur Alternative.

Ob in der Privatwirtschaft oder in der Öffentlichen Verwaltung – in beiden Bereichen sind es letztlich dieselben Gründe, die für Open-Source-Lösungen sprechen. Der Open-Source-Ansatz punktet mit seiner prinzipbedingten Offenheit, hoher Flexibilität und dem Entfall von Lizenzkosten.

In Unternehmen hat sich diese Erkenntnis schon vor langer Zeit durchgesetzt; in der Öffentlichen Verwaltung hingegen eher stockend. Zwar gab es schon seit der Jahrtausendwende eine tastende Annäherung und, gerade auf kommunaler Ebene, das eine oder andere Vorzeigeprojekt, aber in der Öffentlichen Verwaltung hat das Thema Open Source erst im Laufe der vergangenen Jahre richtig Fahrt aufgenommen.

Rechtliche Grundlage

Etliche Staaten in Europa haben inzwischen Bestimmungen erlassen, die dafür sorgen, dass Open-Source-­Software im Vergabeverfahren bevorzugt werden muss. Dazu gehören Länder wie Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden und Spanien.

Deutschland zählt noch nicht dazu, obgleich sich auch die Bundesregierung in ihrer „Digitalen Agenda 2014-2017“ verpflichtet hat, bei Beschaffungen der Bundesverwaltung „praktische Hemmnisse für Open Source Software (OSS) mit dem Ziel der Chancengleichheit“ weiter abzubauen. Die aktuelle „Open Source Strategy 2014-2017“ der EU-Kommission beispielsweise ist da bereits konkreter – auch wenn es hier nur um Software geht, die von der EU-Kommission selbst eingesetzt wird.

Kommunen als Vorreiter

Gerade auf kommunaler Ebene entstanden schon zu Beginn der Nuller-Jahre die ersten Leuchtturmprojekte. In Schwäbisch Hall beispielsweise hatte man sich schon früh von den lizenzpflichtigen MS-Office-Produkten verabschiedet.

Eine Umfrage der Universität Maastricht aus dem Jahr 2005 ­ergab, dass in 49 Prozent aller ­öffentlichen Verwaltungen in ­Europa Open-Source-Software im Einsatz war. Nur waren sich die Verantwortlichen, unter anderem wegen der vergleichsweise geringen Relevanz der bis dahin genutzten OSS-Lösungen, dessen gar nicht bewusst.

In den vergangenen zehn Jahren ist der Verbreitungsgrad von Open Source in der Verwaltung natürlich deutlich gestiegen. Das Linux-Betriebssystem und Linux-Server stellen heute die Basis für unterschiedlichste Anwendungen dar. Die folgende Liste zeigt einige Einsatzszenarien, für die Open-Source-Software prädestiniert ist:

Ergänzendes zum Thema
 
Die Bundespolizei auf Pentaho-Basis: Data Warehouse zur Abbildung der Polizeilichen Eingangsstatistik
  • Betriebssystem: Linux
  • Application-Server: Tomcat
  • Datenbank: MySQL
  • IT-Dokumentation: i-doit
  • Monitoring: Nagios/ openITCOCKPIT
  • Ticketsystem: OTRS
  • Office Suite: LibreOffice
  • Business Intelligence: Pentaho, Jedox.
  • Enterprise Content Management: Alfresco, Nuxeo.
  • Enterprise Resource Planning: Odoo, opentaps.

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Open Source Software ist ein normaler Marktteilnehmer. Ich nutze auch privat Mozilla und...  lesen
posted am 07.07.2017 um 11:01 von woksoll

Grundsätzlich stimme ich zu, ich sehe Open Source in naher Zukunft aber vorrangig in der...  lesen
posted am 07.07.2017 um 08:59 von Unregistriert


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