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Auf Flohmarkt 15 Festplatten mit vertraulichen Daten gekauft „Open Data“ war in Glücksburg eine Panne

Redakteur: Gerald Viola

Die Verwaltung der schleswig-holsteinischen Stadt Glücksburg hat offenbar unwissend vertrauliche Datensätze verhökert: Steuerbescheide, Dokumente zu Vergabeverfahren, Sitzungsprotokolle aus mehreren Jahren – all das gelangte (so der NDR) am Rande eines Flohmarkts in fremde Hände.

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Datenleck durch alte Festplatten
Datenleck durch alte Festplatten
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Stadtverwaltung hatte im alten Rathaus einen Flohmarkt veranstaltet, weil sie in ein neues „Dienstleistungszentrum“ umgezogen ist und das alte Inventar loswerden wollte. Und ein Glücksburger hat bei der Jagd auf IT-Ersatzteile 15 Festplatten ergattert. Der NDR: „Er kaufte damit die kompletten Datensätze der Stadt Glücksburg, mindestens aus den Jahren 2004 und 2005.“

Das waren unter anderem Steuerbescheide, Sitzungsprotokolle, Briefe an Anwälte, Gerichte und Bürger. Der Mann schaltete den Kieler Datenschützer ein.

Thilo Weichert spricht von einem „schwere Organisationsversagen“. Die Festplatten hätten vor allem weder verkauft noch offen im alten Rathaus gelagert werden dürfen, ohne dass die Behörde vorher alle Daten nachhaltig löscht.

Die Stadtverwaltung erklärte dem NDR, die Stadt habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Festplatten seien unrechtmäßig aus dem Rathaus abgeholt worden – und nie zum Verkauf bestimmt gewesen.

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