Europäisches Datenportal

Open-Data-Strategien oft nicht abgestimmt

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Als Problem bei Open Data wird häufig die mangelnde Qualität der Daten genannt. Wie wichtig ist dieser Punkt, und welche Daten wären eigentlich besonders spannend?

Flügge: Als Nutzer wünscht man sich natürlich eine hohe Datenqualität, das heißt, möglichst vollständige und aktuelle Daten in einer hohen Granularität mit wenigen Fehlern und umfangreichen Metadaten. Besser ist es allerdings, wenn auch Daten veröffentlicht werden, die in puncto Datenqualität nicht den höchsten Ansprüchen genügen, als dass diese wegen vermeintlicher Qualitätsmängel zurückgehalten werden. Zudem kann die Community von Datennutzern durchaus auch bei der Aufwertung, Korrektur, Strukturierung und Annotation von Daten behilflich sein.

Welche Daten besonders spannend sind, das hängt natürlich stark von der Nutzersicht ab. Man kann aber sagen, dass grundsätzlich georeferenzierte Daten besonders schnell in innovative Anwendungen aufgenommen werden. Außerdem gibt es noch vergleichsweise wenige Echtzeitdaten.

Die digitale Vernetzung schreitet rasch voran, und das Internet der Dinge wächst rasant. Mit Echtzeitdaten – zum Beispiel von Infrastruktur-Sensoren in Straßen, Parkplätze, Luftmessstationen, Energienetzen – lassen sich ex­trem spannende Anwendungen realisieren. Bei Fokus entwickeln wir gerade Erweiterungen für die bessere Einbindung und Nutzung von Echtzeitdaten in unsere Open-Data-Plattform.

Das Vorhaben läuft bis Anfang 2018. Was ist da noch geplant? Und was kommt eigentlich nach dem Europäischen Datenportal? Das weltweite Open-Data-Portal?

Flügge: Das Gesamtprojekt zum Europäischen Datenportal hat sowohl technische als auch organisatorische Aktivitätsstränge. 2016 und 2017 sollen jeweils im Frühjahr die Version 1.0 beziehungsweise 2.0 des Portals fertiggestellt sein. Technisch wird es vor allem um die bessere Vernetzung von Daten, also um den Ausbau der Linked-Data-Mechanismen gehen. Damit die Datenqualität langfristig steigen kann, werden wir das Datenmonitoring um weitere Funktionen zur Qualitätsanalyse erweitern. Parallel dazu laufen weitere Aktivitäten – sogenannte Services – sowohl für die Unterstützung von Datenbereitstellern und Datennutzern.

Das reicht von der Erstellung von Trainingsunterlagen und der Durchführung von Workshops bis hin zu High-Level-Veranstaltungen bei denen fortgeschrittene EU-Länder die „Anfänger“ in Sachen Open Data an Ihren Erfahrungen und Erfolgsrezepte teilhaben lassen. Hier bringt auch das Open Data Institute als Partner des Gesamtkonsortiums seinen Erfahrungsschatz ein.

Ein weltweites Open-Data-Portal? Ich frage mich, wer sich dafür verantwortlich zeigen könnte beziehungsweise das Vorhaben in die Hand nehmen würde. Wir unterstützen jedenfalls gerne!

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