Experten blicken für eGovernment Computing in die Zukunft

Open Data krempelt eGovernment um

03.02.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment
Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment

Bund optimiert Beschaffungsprozesse

Einen ganz anderen Schwerpunkt bei künftigen Entwicklungen sieht Tobias Adam, Segmentmanager für Bundesbehörden bei der MACH AG: „Mit dem Regierungsprogramm ‚Vernetzte und transparente Verwaltung‘ setzt die Bundesregierung das Projekt zum Auf- und Ausbau von Dienstleistungszentren (DLZ) aktuell fort. Bestehende Dienstleistungszentren sollen mit dem Ziel der flächendeckenden Nutzung konsolidiert und bis 2013 ausgebaut werden. Ab diesem Zeitpunkt sollen möglichst alle Bundesbehörden verwaltungsinterne Dienstleistungen in hoher Qualität und kostengünstig von Dientleistungszentren beziehen. Ein wichtiges Projekt betrifft die öffentliche Beschaffung. Hierzu werden im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI) behördenübergreifend Einkaufsprozesse standardisiert und eine einheitliche IT-Unterstützung realisiert. Als standardisiertes Werkzeug kommt die Software MACH Marktplatz zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein dezentrales Beschaffungssystem auf Web-Basis, das den teilnehmenden Behörden gleichzeitig einen Online-Zugriff auf die zentrale Beschaffungsplattform, das Kaufhaus des Bundes, ermöglicht. Das System stellt für alle Stationen im Beschaffungsprozess – von der Bedarfsmeldung über die sachliche Bedarfsprüfung, die haushalterische Prüfung bis hin zur Bestellfreigabe – eine umfassende Unterstützung sicher.“

Die Aufgaben für die Einführung der Software habe das BMI aufgeteilt. So läge die organisatorische Federführung für das Vorhaben beim Beschaffungsamt. Als Pilotbehörde und federführend für den technischen Aufbau fungiere das Bundesverwaltungsamt. In der Kölner Behörde würden derzeit sowohl die Prozesse als auch die Marktplatzlösung so angepasst, dass alle andere Behörden im BMI komfortabel darauf aufsetzen könnten, erläutert Adam.

„Der gesamte Prozess kann durch die regelbasierte Workflowsteuerung des Systems nach den Anforderungen des Geschäftsbereichs gestaltet werden. Unterschiedlichste Genehmigungs- und Freigabeprozesse lassen sich dadurch umfassend elektronisch organisieren. Das erhöht die Transparenz und verkürzt die Bearbeitungszeiten. Der hohe Automatisierungsgrad minimiert Fehlerquellen bei der Dateneingabe und entlastet bei Routineaufgaben. Die Bedarfsmeldung verbleibt vor Ort bei den jeweiligen Behörden und kann ortsunabhängig erfolgen. Da alle organisationsweiten Bestellanforderungen und Lieferinformationen zentral zusammengeführt werden, lässt sich eine einheitliche Rechtsanwendung bei Beschaffungsprozessen aller Art sicherstellen. Gleichzeitig wird dadurch die strategische Beschaffung im BMI gestärkt. Notwendiges Fachwissen für strategische Beschaffungsthemen kann an zentraler Stelle beim Beschaffungsamt gebündelt werden, zum Beispiel für Verhandlungen über Rahmenverträge. Auch auf der Kostenseite soll sich das Projekt rechnen: Durch die bessere Nutzung der Mitarbeiterkapazitäten im Prozessbereich Beschaffung erwartet das BMI bis zu 13 Prozent Einsparpotenzial bei den Personalkosten“, preist Adam die Vorzüge des Projektes.

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