Experten blicken für eGovernment Computing in die Zukunft

Open Data krempelt eGovernment um

03.02.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment
Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment

Open Government definiert Verhältnis Staat – Bürger neu

Die Wurzeln von Open Government seien indes nicht nur in Entwicklungen der Informationsgesellschaft 2.0 zu verorten, sondern auch in der wachsenden Vertrauenskrise des Staates. Obama habe Open Government – als ein Element einer neu ausgerichteten Staatsführung – auch deshalb gefordert, um das Vertrauen der Bürger und Legitimation zurückzugewinnen. Die EU-Kommission, die ebenfalls Open Data plane, erwarte angesichts des Unbehagens vieler EU-Bürger gegenüber Brüssel ähnliche Entwicklungen. Der Bund schließlich hoffe, „verstreutes Wissen der Gesellschaft“ in Entscheidungsprozesse einzubeziehen – mithin gehe es in allen Fällen um eine Neujustierung des Verhältnisses von Staat und Bürgern.

Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, so Matthias Kammer, nenne diese strategische Neuausrichtung des Staates bereits „We-Government“. Allerdings sei Open Government kein Allheilmittel: Es könne nur ein Baustein einer Erneuerungsstrategie sein und bedürfe eines langen Lernprozesses des Umdenkens. „Die Erwartungen an Open Government sind hoch, sollten Politik und Verwaltung aber nicht davon abhalten, es aktiv anzugehen. Jetzt. Mit Mut und Neugierde darauf, was passiert. Warum nicht in kleinen Schritten anfangen?“, lautet das Fazit von Matthias Kammer und macht den Verantwortlichen Mut.

„Gerade auf der lokalen Ebene haben offene, noch zu veredelnde Datensätze aus bürgernahen Lebenslagen wie Wohnen, Soziales, Bildung, Gesundheit Umwelt oder Verkehrswesen, einen hohen Mehrwert für die Nutzer. Ähnliches versprechen Informationen mit räumlichem Bezug, zum Beispiel aus den Bereichen Bildung.“

Wo werde wie viel in Bildungsmaßnahmen investiert? Wo fließen die Gelder aus dem Haushalt beim Straßenbau hin?

„Schon einfache Datenkataloge nach dem Motto ‚Wo finde ich was?‘ – könnten ein Einstieg sein, die Nachvollziehbarkeit des Staates zu fördern. Portale erleichtern die Zugänglichkeit von Informationen. Um die Kreativität der Bürgerszene 2.0 muss man sich keine Sorgen machen: Etliche Bürger sind schon jetzt mit Eifer dabei, bereits vorhandene staatliche Daten zu veredeln. Erste Portale mit offenen, aber eben nicht vom Staat zu diesem Zweck hergegebenen Daten, gibt es schon: offenedaten.de oder bund.offenerhaushalt.de. Der Staat sollte das kreative Potenzial seiner Bürger nutzen“, so Matthias Kammer abschließend.

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Von eGovernment zu weGovernment

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Besonders die Kommunen sollten gesetzlich zu Open Data verpflichtet werden, an eine freiwillige...  lesen
posted am 14.06.2011 um 20:51 von Unregistriert


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