Suchthilfe

Online-Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

| Redakteur: Manfred Klein

Kinder leiden am meisten in dwer Familie, wenn die Eltern Drogenprobleme haben
Kinder leiden am meisten in dwer Familie, wenn die Eltern Drogenprobleme haben (Bild: © Viacheslav Iakobchuk – stock.adobe.com)

Kinder und Jugendliche leiden unter den Suchtproblemen ihrer Elter. Anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien hat die Initiative aKidKit networks eine bundesweit erreichbare Online-Hilfe an den Start gebracht. Betroffene Kinder und Jugendliche können so auch im Netz erste Hilfe erhalten.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, erklärte dazu: „Kaum etwas überfordert Kinder und Jugendliche so sehr wie die Suchterkrankung eines Elternteils. Viele von ihnen brauchen unsere Unterstützung. Das Fatale aber ist, dass man über Sucht nicht redet. Die Sucht im Elternhaus ist eines der am besten gehüteten Familiengeheimnisse. Wir müssen den Kindern auf dem Weg aus dem Alleinsein entgegenkommen. KidKit networks soll es Kindern und Jugendlichen so leicht wie möglich machen, Kontakt mit professionellen Helfern aufzunehmen.“

Das Projekt KidKit networks bietet Kindern und Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren nicht nur Beratung per Mail und Chat, es stellt bei Bedarf auch den Kontakt zu lokalen Hilfsangeboten her. Eine digitale Landkarte ermöglicht Betroffenen zudem, selbst geeignete Hilfsangebote zu finden. Träger von KidKit networks sind die Drogenhilfe Köln und der Verein KOALA.

Thomas Hambüchen, Geschäftsführer der Drogenhilfe Köln: „Wie groß das Problem von Kindern aus Familien mit suchtkranken Elternteilen wirklich ist, dokumentieren die fast 4 Millionen Aufrufe unserer Website im letzten Jahr. Stets dreht sich alles um den kranken Vater oder die kranke Mutter, die Kinder bleiben häufig ungesehen. Sie sind quasi der Kollateralschaden der familiären Suchterkrankung. Das muss sich zukünftig ändern, hier brauchen wir Öffentlichkeit und entsprechend finanzierte Angebote. Mit Hilfe von Kidkit networks und unserer digitalen Landkarte können Kinder und Jugendliche nun selbst aktiv werden und für sich und ihre Geschwister die notwendigen Hilfen anfordern.“

Die Situation suchtbelasteter Kinder substanziell zu verbessern, ist einer der Arbeitsschwerpunkte der Drogenbeauftragten. Auch im aktuellen Entwurf des Koalitionsvertrages wird die Verbesserung der Situation der Kinder von Suchtkranken als Ziel formuliert. Etwa drei Millionen Kinder haben in Deutschland einen suchtkranken Elternteil. Die Forschung zeigt, dass bislang etwa ein Drittel der Kinder suchtbelasteter Eltern ebenfalls suchtkrank wird und ein weiteres Drittel andere psychische Krankheiten entwickelt.

Weitere Informationen zum Projekt unter

aKidKit network.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45156293 / Informationssysteme)