Digitale Meldeprozesse

Online-Gewerbeanmeldungen medienbruchfrei gestalten

| Redakteur: Ira Zahorsky

Nordrhein-Westfalen ist derzeit mit dem Portalsystem Gewerbe.NRW ein Vorreiter bei der Online-Gewerbeanmeldung.
Nordrhein-Westfalen ist derzeit mit dem Portalsystem Gewerbe.NRW ein Vorreiter bei der Online-Gewerbeanmeldung. (© Urupong - stock.adobe.com)

Die Gewerbemeldung via Internet steht mit höchster Priorität im Leistungskatalog des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sowie der eGovernment-Gesetze des Bundes und der Länder. Mit den Portalen aus dem bis 2022 bundesweit zusammengeschlossenem Portalverbund entstehen neue Datenquellen für medienbruchfreie digitale Meldeprozesse.

Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen haben dazu mit den Gewerbeservice-Portalen einen niederschwelligen, landeszentralen Zugang geschaffen. In Baden-Württemberg hat sich mit Gewerbe BW eine bereits aktive Online-Plattform etabliert. Auch in Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Rheinland-Pfalz zeichnen sich vom Land unterstützte Lösungen ab. Weitere Bundesländer werden folgen.

Nach zuvor unzureichender Beteiligung an der OZG-Umsetzung ist mit der Implementierung der „Servicekonten“ für natürliche Personen auf Gewerbe.NRW nunmehr Nordrhein-Westfalen einer der aktuellen Vorreiter mit einem Portalsystem, das landesweit die Masse der Gewerbemeldungen online abbilden und im xGewerbeanzeige-Standard zur Verfügung stellen kann. Die Bereitstellung von so genannten „Organisationskonten“, also einem Zugang mit Authentifizierung beispielsweise für Betriebe, ist in Vorbereitung.

In der Praxis ergibt sich daher eine mehrstufige Umsetzung der Portalanbindung – von der Annahme von Daten bis zur Kommunikation mit dem Antragsteller:

  • 1. Manuelles Herunterladen von portalseitig bereitgestellten Gewerbeanzeigen, automatisierter Import in das Gewerbefachverfahren
  • 2. Automatisiertes, medienbruchfreies Abrufen der Gewerbemeldungen vom Portal, direkte Kommunikation zwischen Fachverfahren und Portal inkl. Statusmeldungen zum Bearbeitungsstand, abhängig von den Schnittstellen des jeweiligen Portals
  • 3. Zusätzliche Dokumentenannahme (z.B. Handelsregisterauszug, IHK-Bescheinigungen, Personaldokumente) zur Ablage in der elektronischen Akte
  • 4. Anbindung/Kommunikation Organisationskonto

Dank weitgehend abgeschlossener Standardisierung der Übermittlungen im Gewerbewesen steht mit den Vorgaben nach xGewerbeanzeige 2.0 ein einheitliches Übermittlungsformat zur Verfügung. Meldungen, die in Portalen erfasst werden, können von Gewerbefachverfahren importiert werden. Das Gewerbefachverfahren GEVE 4 der EDV Ermtraud GmbH stellt mit den integrierten Importschnittstellen einen Einzel- und Sammelimport dieser Meldungen zur Verfügung.

Erfasste Gewerbeanzeigen werden in GEVE 4 eingelesen, dort durch Validierungswerkzeuge sowie den Sachbearbeiter auf ihre Vollständigkeit und Korrektheit hin überprüft und per Mausklick in die Gewerbekartei übernommen. Übermittelte Dokumente zum Fall legt der Sachbearbeiter bei Bedarf direkt in der elektronischen Akte (eAkte) ab.

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