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Musterdatenkatalog Offene Daten für Kommunen

Autor: Manfred Klein

Bevölkerungsentwicklung, freie Parkplätze, Trinkwasserqualität: Viele der digitalen Vorreiterstädte in Deutschland veröffentlichen kommunale Daten als Open Data. Der neue Musterdatenkatalog schafft erstmals einen Überblick über die Daten, die Kommunen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Im ersten Schritt umfasst der Katalog die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

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Kommunale Open-Data-Anwendungen aus dem Katalog
Kommunale Open-Data-Anwendungen aus dem Katalog
(© WrightStudio – stock.adobe.com)

Die Corona-Krise macht derzeit nicht nur die Bedeutung der Verwaltungsdigitalisierung für die Aufrechterhaltung von Verwaltungsdiensten deutlich, sie unterstreicht auch die Wichtigkeit aktueller und frei zugänglicher Daten für die Bekämpfung der Pandemie. So orientiert sich die Politik in ihren Beschlüssen unter anderem an den Zahlen der Infizierten, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten transparent veröffentlicht werden. Frei verfügbare Daten sind jedoch auch für die künftige Entwicklung der Städte und Gemeinden aber auch außerhalb einer Krisensituation wie der jetzigen von Relevanz.

Der neue Musterdatenkatalog liefert nun erstmals eine Übersicht darüber, welche nicht personenbezogenen Datenbestände die Städte und Gemeinden öffentlich bereitstellen. Der Onlinekatalog ist in Zusammenarbeit zwischen dem Datenportal GovData, der Open Knowledge Foundation, dem KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung sowie der Bertelsmann Stiftung entstanden. Zum Start beinhaltet er die allgemein zugänglichen Datensätze der Kommunen in Nordrhein-Westfalen.

„Wenn kommunale Daten aus Bereichen wie Verkehr, Umwelt oder Wirtschaft mit der interessierten Bevölkerung, den ansässigen Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Akteuren geteilt werden, verspricht das einen großen Mehrwert“, erklärt Mario Wiedemann, Kommunalexperte bei der Bertelsmann Stiftung die Bedeutung des Katalogs.

Auf Basis der Daten ließen sich zum Beispiel Anwendungen entwickeln, die die Trinkwasserqualität in einer Kommune darstellen oder Apps, die mit offenen Verkehrsdaten Informationen über eine bestmögliche Kombination von Verkehrsmitteln liefern. „Der Einsatz von Open Data ist daher auch eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung zur ‚Smart City‘, also zu einer Stadt, in der viele Bereiche des öffentlichen Lebens vernetzt und mit digitalen Anwendungen angereichert sind“, so Wiedemann weiter.

Kategorisierung der Daten nach Themenbereichen

Bisher fehlte jedoch eine gute Übersicht darüber, welche Daten von Städten und Gemeinden veröffentlicht werden. Akteure, die offene Daten über eine einzelne Kommune hinaus nutzen wollten, mussten viel Zeit aufwenden, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ebenso bekommen Kommunen bisher nur schwer eine Übersicht, welche Daten sich zur Veröffentlichung als Open Data eignen. Mit dem Musterdatenkatalog wollen die Bertelsmann Stiftung und die weiteren Projektpartner nun diese Lücke schließen.

Der Katalog verweist dazu auf alle offenen Daten, die von Kommunen im Bundesland Nordrhein-Westfalen auf dem Open.NRW-Portal veröffentlicht werden. Er beinhaltet nicht die Daten selbst, sondern kategorisiert die Daten und verweist auf ihre Quelle in den jeweiligen Kommunen.

Ein umfassender Katalog an Themen

Der Musterdatenkatalog ordnet die Datensätze rund 60 verschiedenen kommunalen Themenbereichen zu. Akteure mit Interesse an Open Data können sich dank des Katalogs zum Beispiel alle offenen Daten einer Kommune anzeigen lassen oder die offenen Daten unterschiedlicher Kommunen zu einem bestimmten Thema. Dies erhöht die Vergleichbarkeit und kann gleichzeitig Anreize für Kommunen schaffen, weitere Daten bereitzustellen. Diesen Vorteil betont auch die Projektleiterin Open Data der Landeshauptstadt Düsseldorf, Alice Wiegand: „Der Musterdatenkatalog ist eine Fundgrube für Datenschätze in der Verwaltung, die nur darauf warten, von weiteren Kommunen veröffentlicht zu werden.“

Bisher stellen rund 80 Kommunen in Deutschland, darunter viele Großstädte von Kiel bis München, offene kommunale Daten zur Verfügung. Rund die Hälfte dieser Kommunen liegt in Nordrhein-Westfalen. Die NRW-Landesregierung hat den Musterdatenkatalog über ihr Datenportal Open.NRW als Meilenstein in die Verpflichtungen des Landes im 2. Nationalen Aktionsplan zur Open Government Partnership aufgenommen.

Open-Data-Leitfaden für Kommunen

Parallel zur Erstellung des Musterdatenkatalogs entwickelten die Projektpartner ein Machine-Learning-Modell. Dadurch sollen künftige Aktualisierungen des Musterdatenkatalogs automatisch erfolgen. Außerdem soll das Modell bei der Erstellung eines Musterdatenkatalogs unterstützen, der alle Open-Data-Kommunen bundesweit einbezieht. Der Zeitpunkt ist aber noch unklar.

Den vollständigen Musterdatenkatalog finden Sie hier.

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