ebiz egovernment award 2009 Österreich prämiert beispielhafte eGovernment-Lösungen

Redakteur: Gerald Viola

Die besten Informationstechnologie- und Web-Lösungen des Jahres 2009 wurden im Haus der Telekom Austria in Wien gekürt. Im Finale des „ebiz egovernment award“ traten die Landessieger aus den Bundesländern zur Kür des Bundessiegers an.

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Preisübergabe in Wien: Die Sieger des ebiz egovernment award
Preisübergabe in Wien: Die Sieger des ebiz egovernment award
( Foto: Report Verlag )

Mit dem Wirtschaftspreis wurden zum mittlerweile fünften Mal effiziente und innovative Geschäftslösungen mit hohem Kundennutzen ausgezeichnet. Die Übergabe der Urkunden erfolgte durch Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin Barbara Novak und Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich, Bundeskanzleramt.

Den ersten Platz bundesweit gab es für die Wiener Linien GmbH & Co KG, Verkehrsverbund Ost-Region GmbH sowie Fluidtime Data Services GmbH für das Projekt Projekt Qando. Die Wiener Linien und der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) verfügen über riesige Datenbanken mit Verkehrsinformationen, auch in Echtzeit, die für Kundenservice noch zu wenig genutzt werden.

Der moderne Fahrgast möchte den schnellsten und einfachsten Weg ans Ziel. „qando“ heißt das intelligente Verkehrsinformationssystem der Wiener Linien und VOR. Der mobile Kundenservice stellt den Fahrgästen aktuellste Informationen zur Routenplanung und Echtzeitabfrage bequem am Handy bereit.

Per Knopfdruck am Mobiltelefon können Kunden die gewünschte Route via Haltestelle, Point of Interest, Adresse oder interaktivem Stadtplan abfragen und erhalten so Verkehrsinformationen - wann und wo sie diese benötigen.

Fluidtime führt statische und dynamische Verkehrsdaten und Fahrplaninformationen von Burgenland, Niederösterreich und Wien zusammen und gestaltete eine attraktive funktionsreiche mobile Applikation „from data to service“.

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2. Platz: MASSIVE ART Multimedia & Software Entwicklungs GmbH; Projekt: myVitali

Die mobile Weblösung myVitali ermöglicht die Erfassung, Analyse und Interpretation von Vitaldaten und bildet somit die Basis für Gesundheitsprävention und Unterstützung bei Krankheit. Das intuitive Konzept verknüpft mit einem benutzerfreundlichen Design eignet sich für verschiedene Endgeräte wie TV-Gerät, PC oder Touchscreen.

Die Daten können sowohl händisch eingegeben als auch automatisiert erfasst und dann um Notizen erweitert werden. Das Kommunikationssystem von myVitali basiert auf einem digitalen Agenten. Der „Vitali“ genannte Avatar tritt als persönlicher Coach auf, stellt das System vor oder gibt Hilfestellungen und Tipps zur Verbesserung der Vitalsituation.

Besonders bei der Interpretation der erfassten Gesundheitsparameter hilft die Personifizierung, die Aussagen zielgruppengerecht zu transportieren.

Zugriff auf die Daten haben die Patienten selbst. Mobilität ist durch Speicherung der Messungen am Gerät gewährleistet, eine automatische Datenübertragung zu einem gesicherten Server erfolgt innerhalb der Reichweite zum Empfangsgerät.

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3. Platz: Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Wirtschaftsinformatik – Software Engineering, unit-IT Dienstleistungs GmbH & Co KG – a siemens company; Projekt: Smart Information Campus

Die Studenten der Johannes Kepler Universität Linz verschwenden keine unnötige Zeit damit, Hörsäle zu suchen oder Freunde mit dem Handy aufzuspüren, denn sie studieren auf einem „Smart Information Campus“. Sie sind jederzeit über alles im Bilde, was sie auf dem Hochschulgelände interessiert.

Mit ihren Handys, PDAs oder Laptops benutzen sie eine Technologie namens „Digital Graffiti“. Aus der Idee, Nachrichten in Text-, Ton- oder Bildform als virtuelle Graffitis an einem Ort zu hinterlegen, wurde ein umfassendes

Informations- und Lokalisierungssystem entwickelt. Über den ganzen Campus inklusive der Gebäude sind WLAN-Access-Points installiert, über die ein Server Nachrichten empfängt und sendet sowie Positionen bestimmt.

Sobald der Server erkennt, dass ein Nutzer auf dem Campus ist, sendet er an dessen Gerät die für ihn hinterlegten Nachrichten sowie alle relevanten aktuellen Informationen. So erfährt er etwa über seinen PDA, dass eine Vorlesung in einen anderen Hörsaal verlegt wurde oder dass der nächste Kaffeeautomat gleich um die Ecke ist. Jeder Nutzer kann auch selbst Graffitis schreiben und an bestimmten Orten hinterlegen.

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Bundespreis „Barrierefreiheit in der IT“: Innovia – Service und Beratung zur Chancengleichheit gem. GmbH, solito KG; Projekt: Barrierefreie Onlineversion von Ausbildungsverträgen für die Integrative Berufsausbildung

Seit 2003 besteht in Österreich die Möglichkeit, dass im Zuge der neu geschaffenen „Integrativen Berufsausbildung“ Lehrlinge mit Behinderungen direkt in Unternehmen eine duale Berufsausbildung absolvieren können.

Spezielle Ausbildungsverträge regeln die Ausbildungsinhalte für den Betrieb, die Ausbildungsbedingungen, die Begleitung und die schulischen Lerninhalte.

Im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich hat innovia ein Modell für eine barrierefreie Onlineversion eines Ausbildungsvertrags für Teilqualifizierungen geschaffen. Als Beispiel steht hier der Vertrag für den Lehrberuf Koch/Köchin zur Verfügung. Es handelt sich um eine Zusammenstellung aller Vertragsgrundlagen und Lerninhalte, die mittels eines barrierefreien Formulars online ausgefüllt werden können und der Vertrag als barrierefreies Dokument ausgedruckt werden kann.

Alle Texte sind nach den capito-Qualitätsstandards ((www.capito.eu)) in leicht verständliche Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung übersetzt. Es wurde ein Beispiel für juristisch richtige Verträge und Rechtstexte geschaffen, die von allen Menschen verstanden werden können.

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Sonderpreis „Gelebte Chanchengleichheit in der IT“: Universität Salzburg, ICT&S Center for Advanced Studies and Research in Information and Communication Technologies & Society, FH Salzburg; Projekt: ditact_women´s IT summer studies

2009 fanden bereits zum siebten Mal die „ditact_women´s IT summer studies“ statt. Sie bieten interessierten Schülerinnen, Studentinnen und Wissenschafterinnen die Möglichkeit, aus einem Kurs- und Workshopangebot von über 40 Lehrveranstaltungen in den Schwerpunkten IT-Projektmanagement, IT-Grundlagen, IT-Vertiefungen, IT-Anwendungen, IT & Karriereplanung und IT & Didaktik ein individuelles IT-Sommerprogramm zusammenzustellen.

Ziel der ditact ist es, die Chancengleichheit von Frauen im IT-Bereich zu forcieren, bestehende Barrieren zu technischen Themen abzubauen und Frauen zu ermutigen, Studien in diese Richtung aufzunehmen oder wissenschaftliche Karrieren in diesem Bereich anzustreben.

Für die Teilnehmerinnen ist besonders die Tatsache, dass die ditact von Frauen für Frauen gemacht ist, wichtig.

Das monoedukative Konzept verbessert die Verständlichkeit der Stoffdarbietung und macht den Teilnehmerinnen bewusst, dass IT nicht nur Männersache ist.

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