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Sparen mit eGovernment Österreich erspart Unternehmen 100 Millionen Euro

Redakteur: Manfred Klein

Moderne IT in Form von eGovernment ist der Schlüssel für mehr Effizienz und Bürgerbeteiligung in der Verwaltung. Österreich hat konkrete Einsparpotenziale veröffentlicht, die zeigen, dass deutsche Behörden und Unternehmen mit eGovernment Kosten in Milliardenhöhe sparen könnten.

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Christian Rupp, Exekutivsekretär eGovernment im Bundeskanzleramt und Sprecher der Plattform Digitales Österreich
Christian Rupp, Exekutivsekretär eGovernment im Bundeskanzleramt und Sprecher der Plattform Digitales Österreich
(Foto: Österreichisches Bundeskanzleramt)

Österreich, das seit Jahren in Europa eine Vorreiterrolle im eGovernment einnimmt, zeigt, wie groß diese Einsparpotenziale tatsächlich sind. Unternehmen können hier ihre Verwaltungsausgaben um kurzfristig 100 Millionen und langfristig sogar 300 Millionen Euro verringern. Umgerechnet auf Deutschland steigert sich das Einsparpotenzial um das Fünffache.

Mit dem Unternehmensserviceportal USP (www.usp.gv.at) und der One-Stop eGovernment Plattform HELP für Bürgerinnen und Bürger (www.help.gv.at) hat die österreichische Regierung zwei zentrale digitale Anlaufstellen etabliert, die auf die Bedürfnisse der beiden Zielgruppen perfekt zugeschnittene Services bieten.

„Wir erleben hier einen großen öffentlichen Zuspruch“, sagt Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich. „Rund eine Million Anwender monatlich rufen aktuell die mehr als drei Millionen Informations- und Serviceseiten ab. In der realen Welt wären dafür über 300 parallel laufende Amtsschalter notwendig, die an 7 Tagen die Woche, 24 Stunden am Tag geöffnet haben müssten, um diesen Service anbieten zu können.“

Anhand der österreichischen Zahlen lässt sich erahnen, welche enormen Effizienzpotenziale eGovernment für den deutschen Verwaltungsapparat birgt.

„Diese Einsparpotenziale können wir allerdings nur dann heben, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Die Städte und Kommunen müssen die vorhandenen Technologien in der Verwaltungspraxis einsetzen – Bürger und Unternehmen müssen die neuen Services auch annehmen. In beiden Punkten ist Österreich uns einen Schritt voraus“, sagt Henrik Tesch, Leiter Politik und gesellschaftliches Engagement bei Microsoft Deutschland.

„Um die Akzeptanz von eGovernment in Deutschland zu steigern, brauchen wir eine neue Innovationskultur, die eine positive Diskussion über Chancen und Potenziale zulässt, die Wirtschaft, Gesellschaft und Politik mit einbezieht und so den Standort stärkt.“

Noch liegt Deutschland im internationalen Vergleich bei der Nutzung von elektronischen Bürgerdiensten im Vergleich zu Großbritannien, Österreich und Schweden deutlich zurück. Das belege auch der aktuelle eGovernment Monitor der Initiative D21. In Deutschland nutzen derzeit erst zwei von fünf Online-Nutzern eGovernment-Angebote (40 Prozent). Österreich ist hingegen neben Schweden mit knapp 70 Prozent eGovernment-Nutzern führend im Vierländervergleich.

Mehr Bürgernähe sowie die Verbesserung von Transparenz und Services für die Bürger, ist in Österreich stets ein Haupttreiber für neue eGovernment-Anwendungen. Durch die Einführung elektronischer Services und Verfahren konnte zum Beispiel die Bearbeitungszeit für typische Verwaltungsakte wie Meldebestätigungen, Strafregisterauszüge oder Terminvereinbarung für Passausstellungen von drei bis fünf Tagen auf drei bis fünf Minuten reduziert werden.

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