CSC-Studie „Digitale Agenda 2020“

Öffentliche Hand unterschätzt digitale Revolution

| Autor: Manfred Klein

(Bild: © iconimage - Fotolia)

Aus unternehmerischer Sicht unterschätzt die Öffentliche Verwaltung in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Auswirkungen der digitalen Revolution für die eigenen Strukturen. Das hat weitreichende Folgen auch für eGovernment, so das Ergebnis einer CSC-Studie.

So bezweifeln 41 Prozent der Firmenentscheider aus der DACH-Region, dass sich die Behörden bereits ein realistisches Bild vom digitalen Handlungsbedarf im eigenen Hause gemacht haben. Aus- und Weiterbildungslücken der Behörden (36 Prozent), ungelöste Finanzierungsfragen (28 Prozent) und fehlende Ansprechpersonen als Schnittstelle zu externen Partnern (26 Prozent) werden von der Wirtschaft als größte Stolpersteine der digitalen Verwaltungstransformation genannt.

Das sind Ergebnisse der Drei-Länder-Studie „Digitale Agenda 2020“ von CSC. Dazu wurden 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

„Auf dem Weg zur digitalen Transformation ist eine klar definierte Strategie der Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg“, sagt Claus Schünemann, Vorsitzender der Geschäftsführung von CSC in Deutschland. „Im Fokus der digitalen Verwaltungsmodernisierung sollte dabei zunächst stehen, das Zusammenspiel zwischen Behördenentscheidern und externen Partnern abzustimmen. Denn ohne ein professionelles Organisationsmanagement wird die digitale Transformation auf der Strecke bleiben.“

Befragt nach den wichtigsten Aufgaben, die aus Unternehmersicht auf die digitale Agenda der öffentlichen Hand gesetzt werden sollten, steht die Rekrutierung von Fachpersonal an erster Stelle. 35 Prozent halten eigene Digitalisierungs-Spezialisten in den Behörden für wichtig. Zudem plädieren 34 Prozent dafür, die Aus- und Weiterbildung auf Digitalisierungsprojekte auszurichten. Gleichzeitig sollte die organisatorische Planung gestärkt werden.

So ist knapp jeder dritte Unternehmensentscheider überzeugt, die Verwaltung müsse vorrangig die Zuständigkeitsfrage klären – ob also der Bund, das Land oder die Gemeinde für digitale Transformationsaufgaben verantwortlich zeichnet. Ist die generelle Zuständigkeit geklärt, wünschen sich die Wirtschaftsvertreter einen verantwortlichen Entscheidungsträger, der die Fäden öffentlicher Digitalisierungsprojekte in den Händen hält (31 Prozent).

Aufgeschlüsselt nach Branchen fordern die Telekommunikations- und IT-Dienstleister am dringlichsten die Rekrutierung von eigenem Fachpersonal in den Behörden. Unternehmen aus dem privaten Gesundheitswesen (44 Prozent) sind dagegen die stärksten Befürworter für eine behördeninterne Aus- und Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Digitalisierungsprojekte. Mehr als jeder Dritte dieser Entscheider spricht sich zudem für ein behördliches Innovationsmanagement aus.

„Mit dem Regierungsprogramm ‚Digitale Verwaltung 2020‘ und dem eGovernment-Gesetz hat die deutsche Bundesregierung wichtige Weichen für die Verwaltungsmodernisierung gestellt“, sagt Claus Schünemann. „Um jedoch die digitale Verwaltungsmodernisierung zügig umzusetzen wird das praktische Expertenwissen aus der Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielen“.

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