Auswärtiges Amt mit „Dual-Boot-Hybriden“

OB Ude schwört auf Linux und enthüllt peinliche Migrationsdetails im AA

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Auswärtiges Amt mit „Dual-Boot-Hybriden“

Vor einigen Jahren hatte sich das Auswärtige Amt (AA) in der Fachpresse eine gelungene Linux-Migration bescheinigen lassen. Der Unmut der Open-Source-Community war dann groß, als nach dem Einzug von Außenminister Westerwelle die Uhren vermeintlich zurückgestellt wurden (eGovernment Computing: „Open Source konnte IT-Kosten für eGovernment nicht senken“).

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Zwar hatten Auswärtiges Amt und die Stadtverwaltung München ihre Linux-Migrationen auch auf gemeinsamen Messeständen propagiert, doch nun enthüllt der Münchner Oberbürgermeister: Die AA-Migration war eigentlich gar keine.

Ude: „Das AA hatte im Jahr 2004 den Weg in Richtung Open Source Software eingeschlagen. Mit dem Wechsel in der Leitung des AA wurde begonnen, diesen Weg wieder zu verlassen. Für uns ist jedoch ausschlaggebend, dass die Situation in München nicht mit der des AA vergleichbar ist.

Die Arbeitsplatzrechner des AA waren ,Dual-Boot-Hybriden mit wahlweise Windows oder Linux‘. Das bedeutet, dass beide Betriebssysteme auf den Rechnern installiert und verwendbar sind. Damit sind auch für jeden Arbeitsplatzrechner die notwendigen Windows und Microsoft Office-Lizenzen vorzuhalten. Nachdem die Benutzer beide Systeme im Zugriff hatten, mussten sie auch beide beherrschen.“

Der Münchner OB bringt die Konsequenzen so auf den Punkt: „Dass damit einerseits weniger Windows-Lizenzkosten eingespart werden konnten als geplant und andererseits auch die Schulungskosten höher waren als wenn nur ein System geschult würde, ergibt sich zwangsläufig.“

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