Medizin 4.0

Nur jede vierte Klinik verfolgt Digital-Strategie

| Autor: Susanne Ehneß

Die Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ bringt es an den Tag: Nur 28 Prozent der deutschen Krankenhäuser besitzen eine umfassende Strategie für das Thema IT im Gesundheitswesen.

Ob elektronische Patientenakte oder OP-Roboter: Die Digitalisierung hat längst auch das Gesundheitswesen erreicht. In einer Studie befragte die Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting mehr als 300 Führungskräfte an deutschen Krankenhäusern zum Status quo ihrer eHealth-Strategie.

Demnach verfügt erst jede vierte Klinik über entsprechende Planungen. Weitere 46 Prozent hätten sich bereits in Einzelprojekten auf die digitale Transformation vorbereitet.

„Wie unsere Untersuchung zeigt, wird das Thema Digitalisierung in den Kliniken zwar vor allem durch die Geschäftsführung vorangetrieben“, sagt Dr. Peter Windeck, Studienleiter und Geschäftsführer von Rochus Mummert Healthcare Consulting, „aber auch die medizinischen Führungskräfte agieren schon häufig als digitale Treiber – meist sogar stärker als ihre Kollegen aus der IT-Abteilung.“ In privaten Kliniken mache sich die Ärzteschaft dabei überdurchschnittlich für die „Medizin 4.0“ stark.

Die Digitalisierung der Krankenhäuser sei kein Selbstläufer, betont Windeck. „Die von uns befragten Klinik-Manager verweisen hier vor allem auf fehlende finanzielle Ressourcen sowie eine immer noch in vielen Kliniken anzutreffende allgemeine Angst vor Veränderungen. Die Digitalisierung der Medizin ist also nicht nur eine technologische, sondern auch eine Führungsherausforderung.“

Auch Prof. Heinz Lohmann, der die Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ wissenschaftlich begleitete, verweist auf die Hürden. Die Kliniken müssten jetzt mit „Siebenmeilenstiefeln“ den Vorsprung anderer Wirtschaftsbereiche bei der Nutzung moderner IT aufholen.

Häufig seien es nicht die tradierten Gesundheitsanbieter, die die Digitalisierung vorantrieben, sondern Branchenfremde auf den Gesundheitsmärkten. „Wenn die Krankenhäuser jetzt nicht ‚in die Schuhe kommen‘, werden sie von den Newcomern links und rechts überholt“, so sein Resümee.

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