NRW-CIO Hans-Ulrich Krüger im Gespräch

Nordrhein-Westfalen sucht Open-Government-Strategie

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Fortschritte verzeichnet auch das Dienstleistungsportal der Landesverwaltung. Wie stellt sich hier der aktuelle Entwicklungsstand dar und welche weiteren Planungen sind vorgesehen?

Krüger: Die Entwicklung der Plattform ist weit fortgeschritten. Das Portal wird einen systematischen Zugang zu den elektronischen Dienstleistungen der Verwaltung mit angemessenen Informationen anbieten. Nun gilt es, das Portal in einen Kontext mit den Planungen zur Weiterentwicklung für das eGovernment in Nordrhein-Westfalen zu stellen. Es kann hierbei eine zentrale Rolle einnehmen und über diesbezügliche Aktivitäten informieren. Sowohl im Internet als auch in Form eines Intranetangebotes für die Beschäftigten.

Wir sehen aber auch, dass neue Aspekte aufgegriffen werden müssen. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass in diesem Jahr etwa ein Drittel der Nutzer über das Mobil­telefon ins Internet geht. Ein Jahr zuvor war es noch ein Fünftel. Diese Entwicklung erfordert eine adäquate Aufbereitung unserer Internet­angebote, natürlich auch des eGovernment-Portals.

Ebenfalls aktiv ist NRW im Bereich der GEO-Informationssysteme. Welche Geodaten stellt das Land für welche Zwecke zur Verfügung und wie sieht die strategische Einbindung in übergreifende Projekte aus?

Krüger: Das Land stellt eine Vielzahl von Geodaten wie topografische Karten, Luftbilder, Lärmkartierung, Rohstoffkarten oder Energie- und Klimadaten in maschinenlesbarer und standardisierter Form zur Verfügung und ist damit als ein Vorreiter der eGovernment-Entwicklungen zu sehen. Die Daten sind Bestandteil einer Geodateninfrastruktur NRW, in der die Geodaten von Land und Kommunen auf der Grundlage festgelegter Standards über Internetdienste bereitgestellt werden. Diese Geodateninfrastruktur integriert sich in die nationalen und europäischen Infrastrukturen und öffnet damit den Zugang zu Geodaten für jedermann.

Greifen wir exemplarisch die Geobasisdaten von Vermessungs- und Katasterverwaltung heraus. Diese werden den Nutzern durch ein seit Langem gesetzlich fixiertes Verbreitungsgebot für die Fläche von Nordrhein-Westfalen und dar­über hinaus angeboten. Sie bieten die Grundlage für die Erhebung und Bereitstellung weiterer Daten unter anderem in den Bereichen Umwelt, Energie, Verkehr, Wirtschaft, Statistik und Bevölkerungsschutz.

Aktuell bietet das Land seine Geodaten in über 150 Web Map Services an, mit denen derzeit rund 120 Millionen Karten im Jahr abgerufen werden. Mit amtlichen Geodaten und den Services können sämtliche übergreifenden Projekte, die einen Raumbezug aufweisen, unterstützt werden. Das betrifft die gesamte Spannbreite der Projekte von der Regionalplanung, bis hin zu europaweiten Planungen, etwa im Umweltschutz oder bei den mit der Energiewende verbundenen Vorhaben. Das ist gelebtes eGovernment in Nordrhein-Westfalen!

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