Niedersachsen

Niedersächsische Polizei blickt nach vorn

| Autor: Susanne Ehneß

Boris Pistorius, niedersächsischer Innenminister
Boris Pistorius, niedersächsischer Innenminister (© Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport)

Die Polizei Niedersachsen setzt ihren Modernisierungsprozess fort. Auf die „Strategie 2020“ folgt die „Strategie 2027“.

Unter dem Motto „Zukunft gestalten mit Intelligenz und innovativer Führung“ fand zum siebten Mal das Strategieforum der niedersächsischen Polizei statt. Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport, lud dazu rund 200 Mitarbeiter der Polizei nach Hannover ein. Die jährliche Veranstaltung dient laut Innnenministerium der regelmäßigen und fortlaufenden, strategischen Weiterentwicklung der Polizei Niedersachsens. Der Generationenwandel in der Polizei sowie die Digitalisierung der Gesellschaft forderten eine intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Führung und künstlicher Intelligenz.

Der strategische Weg soll daher konsequent weiterverfolgt werden: Unter dem Titel „Strategie 2027“ will die Polizei Niedersachsen ihren seit 2013 eingeschlagenen Weg fortsetzen.

„Wir haben diese Strategieprozesse vor mehr als sechs Jahren eingeschlagen, um innerhalb der Polizei als Organisation neue Wege zu finden, sich in erster Linie von innen heraus weiterzuentwickeln“, begründet Pistorius. „Dazu gehört in allererster Linie, die Erfahrungen der Beamtinnen und Beamten auf der Straße und in den Behörden einzubeziehen und für die strategischen Aufgaben sowie die Entwicklungen zu nutzen: sei es bei der Ausrüstung und der Eigensicherung oder auch bei anspruchsvolleren Ansätzen wie der Umsetzung völlig neuer digitaler Ansätze in einer noch vor einigen Jahren viel analogeren Polizeiwelt.“ Diese Beteiligungsprozesse fänden „außerhalb des klassischen Dienstweges und ohne hierarchische ­Hürden“ statt. „Der regelmäßige Austausch mit Angehörigen der Polizei Niedersachsen über die Zukunftsthemen hat die Polizeiarbeit deutlich gestärkt – diesen Weg wollen wir weitergehen“, macht der Innenminister klar.

Offener Austausch

Wie das Innenministerium erläutert, setze die Strategie vor allem auf Beteiligung, konstruktiven Diskurs und Transparenz. Dadurch werde eine von Offenheit und Vertrauen geprägte Organisations- und Führungskultur geschaffen. Zudem führe die niedersächsische Polizei regelmäßig Workshops durch, in denen Schutzausstattung, Bekleidung oder sonstige Einsatzmittel getestet und fachlich diskutiert werden könnten, bevor diese angeschafft würden.

Das Netzwerk „Aufgabenkritik“ ­zeige außerdem, wie positiv sich diese Partizipation auf den Berufsalltag auswirke: Hier können die Mitarbeiter „ohne Einhaltung des üblichen Dienstweges“ Innovationen und Vorschläge für Veränderungen einbringen. Dadurch seien viele wertvolle Ideen entstanden, beispielsweise die Entlastung bei der Begleitung von Schwertransporten durch sogenannte Hilfs­polizeibeamte.

Messenger

Auch der „Niedersachsen Messenger“ (NIMes) ist Beispiel für die konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Der Polizei-Messenger war ein vielfach geäußerter Wunsch der Beamten und sei letztlich aus der Strategiearbeit hervorgegangen. „Eine moderne Polizei benötigt zeitgemäße Kommunikationswege. Der Messenger ist ein sicheres und zukunftsfähiges Tool, das – auch auf den privaten Smartphones der Beamtinnen und Beamten – sicher, vor Eingriffen Dritter geschützt und zuverlässig betrieben werden kann. Die Polizei Niedersachsen ist hier als erste und bislang einzige Polizei in Deutschland ganz neue Wege gegangen“, betont Pistorius.

Cyberguide

Die digitalen Assistenzsysteme zeigen laut Innenministerium, wie ernst die Polizei Niedersachsen die Digitalisierung nehme: Der von der Anwenderebene entwickelte „Cyberguide“ soll die Mitarbeiter bei der polizeilichen Aufnahme von Internetkriminalität und damit beim Anlegen von Strafanzeigen helfen. „So werden sie bei dieser komplexen Rechtsmaterie mittels digitaler Assistenz von der Sachverhaltsaufnahme über die zutreffende strafrechtliche Einordnung bis zur Erstellung des dazugehörenden Ermittlungsvorganges zuverlässig angeleitet“, heißt es dazu. Auf diese Weise könne nicht zuletzt wertvolle Zeit bei der Sachverhaltsaufnahme eingespart werden. Laut Innenministerium befassen sich derzeit vier Sachbearbeiter mit dem Thema „Ausbau der künstlichen Intelligenz“ und damit der Entwicklung neuronaler Netze, die den Menschen bei den zukünftigen Aufgaben unterstützen sollen.

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