eGovernment-Interview zum neuen Masterplan

Niedersachsen setzt beim eGovernment auf den BUS

24.08.2010 | Redakteur: Manfred Klein

Christoph Lahmann: Basiskomponenten vervollständigen und flächendeckend einführen
Christoph Lahmann: Basiskomponenten vervollständigen und flächendeckend einführen

Mit einem runderneuerten Masterplan steuert Niedersachsen in den kommenden Jahren seine eGovernment-Projekte. Dabei zielt das Land vor allem auf eine weitere Vernetzung der beteiligten Ebenen.

Und das Projekt zur EU-Dienstleistungsrichtlinie entpuppt sich mehr und mehr als Katalysator für weitere Projekte. eGovernment Computing sprach mit Dr. Christoph Lahmann, CIO des Landes Niedersachsen, über die Schwerpunkte des aktualisierten Masterplans.

Herr Lahmann, Niedersachsen hat seinen eGovernment-Masterplan aktualisiert. Was ändert sich mit dem neuen Dokument?

Lahmann: Nun, vor allem handelt es sich um eine Fortschreibung des eGovernment-Masterplans von 2005. Da viele Maßnahmen des Masterplans 2005 bereits erfolgreich umgesetzt werden konnten, enthält der neue Masterplan mit insgesamt 55 Projekten deutlich weniger Vorhaben als der erste, der noch 99 Projekte enthielt. Und viele der aufgeführten 55 Projekte sind bereits begonnen worden. Aufgrund der Entwicklung im eGovernment sind aber auch einige neue Vorhaben in den Masterplan aufgenommen worden.

Die bisherige Umsetzung des eGovernment-Masterplans war davon geprägt, Basiskomponenten der eGovernment-Infrastruktur aufzubauen und diese in ersten Verfahren zu nutzen. Ein Schwerpunkt des nun folgenden Abschnitts der eGovernment-Einführung ist es, die Basiskomponenten zu vervollständigen und auf breiter Ebene einzusetzen. Die Kunden der Verwaltung sollen so einen möglichst einfachen und vollständigen Online-Zugang zu den Dienstleistungen erhalten.

Welche Funktionalitäten soll das entsprechende Online-Portal aufweisen können, und wie will das Land die Kommunen in die damit verbundenen Aktivitäten einbinden?

Lahmann: Ich denke, einer unserer wichtigsten Bausteine des Service-Portals Niedersachsen ist die Realisierung des Bürger- und Unternehmensservice Niedersachsen (BUS) gewesen. Der BUS soll Bürgerinnen und Bürger, die Wirtschaft und die Öffentlichen Verwaltungen in die Lage versetzen, schneller, umfassender und einfacher Informationen über die Dienstleistungen aller Verwaltungen und die jeweils zuständigen Stellen zu erhalten.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Einbeziehung der Informationen über die kommunalen Dienstleistungsangebote. Im Rahmen einer umfassenden Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit im eGovernment zwischen Land und Kommunen wurde der Dienst daher mit kommunaler Beteiligung umgesetzt.

Redakteure und Redakteurinnen der am Projekt beteiligten Landkreise, Landesbehörden sowie der virtuellen Region Nordwest haben die zentralen Leistungen der niedersächsischen Behörden beschrieben und dem Dienst zur Verfügung gestellt. Sämtliche Inhalte sind über die Landesdienststellen fachlich und rechtlich überprüft worden. Kommunale Datenzentralen und die Anbieter von Bürgerservice- sowie Redaktionssystemen haben am Projekt mitgewirkt und ermöglicht, dass der Service vielen Kommunen zur Verfügung steht.

Immerhin sind bis jetzt 560 Dienstleistungsbeschreibungen erfasst und unser Ziel ist es, dass die Anzahl der Dienstleistungsbeschreibungen weiter ausgebaut wird. Zu den Dienstleistungsbeschreibungen sollen die zugehörigen elektronischen Formulare bereitgestellt werden. Schließlich ist vorgesehen, möglichst alle niedersächsischen Kommunen im BUS einzubinden. Ebenso ist eine Anbindung an den bundesweiten zentralen Zuständigkeitsfinder geplant.

Ferner soll das Serviceportal insgesamt weiter ausgebaut werden. Es soll neben dem Zugang zum Bürger- und Unternehmensservice Informationen und Links zu allen anderen Portalen bereitstellen, die Verwaltungsdienstleistungen anbieten. Es soll außerdem darüber informieren, auf welche Weise man mit der Verwaltung elektronisch kommunizieren kann, insbesondere über die Möglichkeiten einer rechtssicheren Kommunikation (Online-Registrierung, elektronische Signaturen). Für das Portal ist eine Redaktion einzurichten, die für eine aktuelle und verständliche Darstellung sorgt.

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