eGovernment-Entscheidungen werden revidiert

Niedersachsen leistet sich zwei Dokumentenmanagementsysteme

| Redakteur: Manfred Klein

Künftig wird die Verwaltung in Niedersachsen wohl zwei Systeme beim Dokumentenmanagement einsetzen
Künftig wird die Verwaltung in Niedersachsen wohl zwei Systeme beim Dokumentenmanagement einsetzen (Foto: 1200_Vladislav-Kochelaevs - Fotolia)

Die neue Landesregierung revidiert nicht nur den Vertrag mit der T-Systems. Auch in anderen Bereichen wurden die Entscheidungen der Vorgängerregierung offenbar auf den Prüfstand gestellt. So wird die Landesstatistik wieder in ein eigenständiges Landesamt überführt und die Zusammenarbeit mit Fabasoft fortgeführt.

Die Wiederausgliederung der Landestatistik war bereits im Koalitionsvertrag beschlossen worden. Durch die Ausgliederung aus dem Landesbetrieb Informatikzentrum Niedersachsen (IZN) soll der Bedeutung und Unabhängigkeit der Statistikbehörde gestärkt werden.

„Hintergrund für diese Entscheidung ist, dass unter der Vorgängerregierung im Jahr 2008 eine Fusion des bis dahin eigenständigen Niedersächsischen Landesamtes für Statistik (NLS) mit dem Landesbetrieb Informatikzentrum Niedersachsen (IZN) vollzogen wurde. Aus dieser Fusion war der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) in seiner heutigen Ausprägung entstanden“, so die neue Landesregierung.

Mit dem Kabinettsbeschluss hat die Landesregierung die seinerzeitige Fusion rückgängig gemacht. Der LSKN wird zum 31. Dezember als Behörde aufgelöst, um im gleichen Zuge zwei jeweils wieder eigenständige Behörden entstehen zu lassen, eine für die Aufgaben der Statistik (Landesamt für Statistik Niedersachsen – LSN) und eine für die des IT-Dienstleisters (IT Niedersachsen – IT.N).

Auch die Entscheidung der Vorgängerregierung aus dem Pilotprojekt mit Fabasoft auszusteigen und stattdessen bei der elketronischen Akte auf Sharepoint zu setzen, revidiert die Landesregierung offenbar in Teilen.

Von Seiten Fabasofts heißt es dazu: „Nach dem Zuschlag 2007 für Fabasoft zur Einführung eines Dokumentenmanagement- und Vorgangsbearbeitungssystems unter dem Projektnamen „eAkte-Land Niedersachsen“ wird inzwischen in mehr als zwölf Pilotbetrieben mit der Fabasoft eGov-Suite gearbeitet. Zusätzlich stellt diese die Basis für Fachverfahren wie beispielsweise das elektronische Kabinettsinformationssystem (eKis) oder der Einheitliche Ansprechpartner (EA) dar.“

Und weiter: „Nun wurde die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Fabasoft und den Land Niedersachsen für die bestehenden und auch für neue Benutzer um weitere fünf Jahre verlängert. Damit wurde der Rahmen geschaffen, die Ziele zur Verwaltungs­modernisierung und die flächendeckende Einführung der eAkte im Land Niedersachsen weiter zu verfolgen.“

Allerdings gilt dies nicht für das Niedersächsische Justizministerium. Dieses wird in den kommenden 12 Monaten in den Mittelbehörden des Ressorts die elektronische Verwaltungsakte auf Basis von Share.Docs des Erfurter Unternehmens PDV-Systeme GmbH einführen.

Generalauftragnehmer ist die Valora Consulting GmbH. Mit dem System Share.Docs sollen die Behörden eine Lösung erhalten, die auf Basis von Microsoft SharePoint eine revisionssichere Schriftgutverwaltung mit umfangreicher Vorgangsbearbeitung und Kollaborationsunterstützung bereitstellt.

Thomas Glahn, Referatsleiter im Niedersächsischen Justizministerium, betont: „Mit der Einführung der elektronischen Verwaltungsakte setzt die Justiz ihre erfolgreiche Strategie der Justizmodernisierung fort. Die elektronische Verwaltungsakte bildet einen wichtigen Baustein zu einer modernen, integrierten und effizienten IT-Landschaft.“

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