Wirtschaftliche Risiken beim eGovernment

Niedersachsen: 280-Millionen-Vertrag mit T-Systems einvernehmlich geplatzt

| Redakteur: Gerald Viola

Niedersachsen will IT wieder selbst verwalten
Niedersachsen will IT wieder selbst verwalten (Foto: .shock - Fotolia.com)

„Im ersten Schritt wird T-Systems die bestehenden PC-Systeme des Landes auf Windows 7 und Office 2010 umstellen“, verkündete Niedersachsen einen Großauftrag an T-Systems über 280 Millionen Euro im Dezember. Jetzt wurde der Schlussstrich gezogen.

Das Land Niedersachsen, vertreten durch das Ministerium für Inneres und Sport, und die T-Systems International GmbH haben das seit September 2012 bestehende Projekt zur Ausstattung und Betreuung von rund 7.000 Computerarbeitsplätzen in der Landesverwaltung einvernehmlich beendet.

Innenminister Boris Pistorius: „Wir haben nach einem vereinbarten Statuscheck in der Frühphase des Projektes Hinweise auf nicht absehbare wirtschaftliche Risiken erkannt. Und ich begrüße ausdrücklich, dass wir uns dann einvernehmlich entschieden haben, das Projekt wegen der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu beenden.

Mit T-Systems haben wir einen Partner gefunden, der sich in dieser schwierigen Situation ausgesprochen professionell und fair verhalten hat."

Der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikation, der landesinterne Dienstleister, werde die Ergebnisse der Planungsphase jetzt nutzen, um die Aufgabe in Eigenregie weiterzuführen und die Versorgung der Arbeitsplätze sicher zu stellen.

„Wir stehen weiterhin zu unserem Kunden Land Niedersachsen und bringen auch künftig unser Wissen aus vielen erfolgreichen Großprojekten mit der Öffentlichen Hand ein“, so Jürgen Schulz, Leiter des Bereichs Öffentliche Hand bei T-Systems.

„Wir bedanken uns für die konstruktive Zusammenarbeit bei dieser schwierigen Entscheidung. Wir werden alles tun, um eine professionelle Übergabe des Projekts in die Hand des Landesbetriebs sicher zu stellen.“

Erst im Dezember war der Rahmenvertrag mit einem Gesamtvolumen von 280 Millionen Euro unterzeichnet worden. Er sah vor, dass die Telekom-Tochter im ersten Schritt rund 7.500 PC-Arbeitsplätze an den Behörden-Standorten in ganz Niedersachsen sowie an den Außenstellen in Berlin und Brüssel modernisiert, standardisiert und anschließend betreibt.

Die Laufzeit des Vertrags wurde mit bis zu zwölf Jahren und enthielt die Option, die Zahl der zu betreuenden PC-Arbeitsplätze auf bis zu 33.000 zu erweitern.

Nun soll ein landeseigener IT-Dienstleister „IT Niedersachsen“ (IT.N) den Support übernehmen.

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wenn ich richtig gerechnet habe wären das pro Arbeitsplatz über 37.000€ gewesen. Stolze Summe...  lesen
posted am 02.07.2013 um 10:54 von Unregistriert


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