IT-Investitionsprogramm

Nicht nach dem Prinzip Gießkanne

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Den Nutzen von IT herausstellen

Willi Kaczorowski widersprach nicht, zeigte sich aber skeptisch: „Genau das zu vermitteln, ist nicht einfach. Weil es so was wie eine deutsche IT eigentlich kaum noch gibt. Die meisten Produkte werden nicht in Deutschland erzeugt. Nur im Bereich der IT-Sicherheit, da haben wir eine große deutsche Industrie. Wir können eine eigene Wertschöpfungskette über Berater und Systemhäuser nachweisen, das schon. Aber eine eigene Fertigungsindustrie im Bereich der IT haben wir kaum noch. Damit ist das ganze Thema Hardware nicht mehr aktuell. In der Software-Industrie sieht es ein bisschen besser aus, weil wir hier noch zwei, drei große Anbieter haben. Aber es dürfte sehr schwer werden, ein Credo ‚IT – Made in Germany IT‘ durchzuhalten. Wenn dies das Hauptargument für ein IT-Investitionsprogramm werden sollte, werden wir nicht viel Erfolg haben.“

Jon Abele widersprach jedoch dieser, seiner Meinung nach einseitigen, Sichtweise: „Das war ja auch der Grund, weshalb ich neben der IT, auch die Verwaltungsmodernisierung angesprochen habe. Dieser Bereich ist sehr viel personalintensiver und national geprägt. Mit osteuropäischen oder asiatischen Kollegen hat man da einen schweren Stand, auch wenn einige Unternehmen das versuchen. Ich glaube auch, dass man im Hardware- und Software-Bereich die Aspekte Service und Dienstleistungen nicht unterschätzen sollte. Ich finde deshalb auch die Aussage von Udo Hinsche sehr gut. Dieses Insistieren darauf, ob der Nutzen von IT eigentlich gesehen wird. Wir klagen seit Jahren darüber, dass für die Politik IT kein Thema ist, weil sich damit keine Wahlen gewinnen lassen. Die Verwaltung dafür zu interessieren, ist in der Regel möglich, bei der Politik ist es schwer bis unmöglich. Es ist in der Politik eben nicht so wie in der Werbung eines großen IT-Unternehmens zum Thema Green IT. Da lässt sich der Vorgesetzte leicht von der Notwendigkeit einer IT-Konsolidierung überzeugen. Der Hinweis auf die eingesparten Dollars genügt. Dabei ist das Thema Green IT in der Politik nicht nur der möglichen Einsparungen wegen so interessant, denn es ermöglicht das in der Politik populäre Umweltthema mit dem Thema Informationstechnologie zu verbinden. Vielleicht werden im Zuge der Finanzkrise auch andere Argumente gehört, die in den Kontext IT hinein gehören. Wir haben so vielleicht die Chance, auch jene zu erreichen, bei denen wir bislang kein Gehör fanden.“

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